Die Gastro-Landschaft Wiens hat erneut einen herben Rückschlag erlitten. Wie looprituals.de berichtet, ist die Heavy Urban Lifestyle GmbH, die für den Betrieb des „Club Urban“ in Ottakring verantwortlich ist, in ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung geraten. Martin Ho, ein prominenter Gastronom und Sohn vietnamesischer Einwanderer, hat sich hiermit an die Spitze einer weiteren Insolvenzreihe gesetzt, die seine Unternehmungen betrifft.
Der Club Urban hat in letzter Zeit unter einem signifikanten Umsatzrückgang und steigenden Kosten gelitten. Monatlich waren zwischen 100.000 und 130.000 Euro Umsatz üblich, doch die Zahlen sind desaströs gefallen, was schließlich zur Insolvenz führte. Betroffen sind nicht nur 20 Mitarbeiter, sondern auch 15 Gläubiger, die nun um ihr Geld bangen müssen. Die genauen Schuldenhöhen sind bislang unbekannt, doch es ist klar, dass das Unternehmen mit Rückständen beim Finanzamt, bei der Krankenkasse und bei Lieferanten zu kämpfen hat.
Ein Netzwerk von Pleiten
Diese Insolvenz ist allerdings nicht die erste in der Reihe. Auch die RHC Invest GmbH, die früher mit dem Nachtbetrag „Pratersauna“ und dem Wiener X Club verbunden war, hat bereits Insolvenz angemeldet. Stellt sich die Frage, ob Martin Ho die Kontrolle über sein Nachtleben-Imperium verloren hat. Laut MeinBezirk.at waren bereits ominöse Verbindungen zwischen Ho und weiteren Insolvenzen zu erkennen. Emara Tara, der Geschäftsführer der Heavy Urban Lifestyle GmbH, war auch an der Pleite der Pratersauna beteiligt und scheint damit ein Muster zu erkennen, das sich in diesem Umfeld abzeichnet.
Wie ein Sprecher von Ho klarstellte, sei die Insolvenz der Heavy Urban Lifestyle GmbH jedoch unabhängig vom Betrieb des Nachtclubs „VIEiPEE“, wo sie zuvor im Impressum aufgeführt war. Die „VIEiPEE“-Etablierung teilt sich die Räumlichkeiten mit der berühmten Pratersauna, die seit Mitte Dezember 2025 geschlossen ist und die mit einem bemerkenswerten Umsatzrückgang zu kämpfen hatte.
Ermittlungen im Hintergrund
Ein weiterer Aspekt, der die Situation für Martin Ho kompliziert macht, sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wien. Diese wurden durch Anzeigen des Masseverwalters und der Arbeiterkammer ausgelöst, bezogen sich jedoch nicht direkt auf die Heavy Urban Lifestyle GmbH. Dennoch sorgt die öffentliche Aufmerksamkeit für zusätzliche Belastungen im ohnehin strapazierten Geschäftsumfeld.
Der Ausgang dieses Sanierungsverfahrens bleibt abzuwarten. Die Gläubiger könnten im besten Fall innerhalb von zwei Jahren mit einer 20-Prozent-Quote rechnen. Sollte sich der Sanierungsplan bewähren, könnte dies die Basis für eine Erholung der hochkarätigen Gastronomie-Szene in Wien sein.
In einer Zeit, in der die Wiener Gastro-Szene bekanntlich keine einfachen Krisen durchlebt, zeigt sich, wie verletzlich die Strukturen sind. Ob Martin Ho, der einst ein Nachtleben-Imperium aufbaute, sich aus dieser schwierigen Lage befreien kann, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.