Heute ist der 26.02.2026 und in Wien-Floridsdorf tut sich einiges. Der Bezirk hat sich als Motor des Wiener Wohnbaus etabliert und startet im Jahr 2026 mit einer Vielzahl von groß angelegten Projekten. Allen voran stehen die Entwicklungen in Donaufeld Ost, die Baumstadt und die Schaffung von Eigentumswohnungen. Die ÖBB-Investitionen sowie die Trennung zwischen gefördertem und freifinanziertem Wohnbau prägen den Markt und zeigen die klare Richtung, in die sich Floridsdorf bewegt.
Das Donaufeld bleibt das dominante Stadtentwicklungsgebiet, das nach der Fertigstellung der Wohnanlage „An der Schanze“ mit 1.400 Wohnungen nun in die nächste Etappe übergeht. Die Planungen für das „Quartier Donaufeld Ost“ sind bereits in einer konkreten Phase, wobei neue Bebauungspläne Schulen und soziale Infrastruktur mit einbeziehen. Die Bauwirtschaft rechnet mit einer Auftragswelle im Tiefbau, gefolgt von Hochbauprojekten, die insgesamt bis zu 6.000 Wohneinheiten umfassen sollen.
Nachhaltige Entwicklung in der Baumstadt
Ein besonders spannendes Projekt ist die „Baumstadt Floridsdorf“, die in der Werndlgasse realisiert wird. Hier entstehen rund 300 ökologisch gestaltete Wohneinheiten, die durch Nachverdichtung und Holzbauweise entstehen. Das neueste Investment, genannt „Baumstadt 4“, wird von der IFA umgesetzt und umfasst 37 Mietwohnungen im geförderten Wohnbau. Die Beteiligung an diesem Projekt ist über eine KG möglich, wobei ein Mindestinvestment von 15.480 Euro pro Jahr erforderlich ist. Die Planrendite liegt bei etwa 5,6% pro Jahr nach Ablauf der Förderphase. Der Baustart ist für den Winter 2026 geplant. Weitere Informationen hierzu finden sich auf der Webseite der IFA.
Die „Baumstadt“ transformiert eine 150 Jahre alte Siedlung in ein „ökologisches Dorf in der Stadt“. Dabei wird darauf geachtet, vorhandene Strukturen behutsam nachzunutzen, der Baumbestand durch Neupflanzungen ergänzt und Gemeinschaftsräume sowie Dachgärten geschaffen. Ein wichtiges Ziel des Projektes ist es, größtenteils energieautark zu sein, unter anderem durch den Einsatz von Wärmepumpen und Photovoltaik. Die Realisierung erfolgt gemäß den Richtlinien der Klimaaktiv-Zertifizierung.
Floridsdorf als Labor der Zukunft
Floridsdorf wird zunehmend als Labor für den Wiener Wohnbau der Zukunft betrachtet. Die Bautätigkeit, die hier stattfindet, zeigt einen nachhaltigen Trend, besonders in der Nachnutzung von Industriebrachen und der Schaffung neuer Widmungsverfahren, die Bauträgerwettbewerbe auslösen könnten. Die Ausschreibungslandschaft zeigt eine deutliche Zweiteilung: Der geförderte Mietwohnbau von öffentlicher Hand steht dem kleinteiligen und hochwertigeren freifinanzierten Eigentum gegenüber. Zukünftige Ausschreibungen in den Bereichen technischer Gebäudeausrüstung und energetischer Sanierung werden ebenfalls erwartet.
Die ÖBB Infrastruktur AG plant zudem eine Modernisierung, mit einer neuen Wartungshalle und Abstellanlage in Floridsdorf, die für das Frühjahr 2026 vorgesehen ist. Allerdings wird die S-Bahn-Stammstrecke zwischen Praterstern und Floridsdorf im Sommer 2026 gesperrt, was umfangreiche Ersatzmaßnahmen und Sanierungsarbeiten nach sich ziehen wird. Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass Floridsdorf nicht nur ein Ort für neue Wohnungen ist, sondern auch ein zukunftsweisender Standort für innovative Wohnkonzepte und infrastrukturelle Verbesserungen.