Am 20. Januar 2026, gegen 12:15 Uhr, kam es in einer Wohnung in Wien-Favoriten zu einem schweren Vorfall, der die Nachbarschaft in Aufregung versetzte. Eine 36-jährige Frau wurde von ihrem 26-jährigen Ehemann, einem serbischen Staatsbürger, körperlich attackiert und mit dem Umbringen bedroht. Laut Aussagen einer Nachbarin, die die Polizei alarmierte, hatte es zuvor einen lautstarken Streit zwischen dem Ehepaar gegeben. Als die Ordnungshüter eintrafen, fanden sie die Frau und die Nachbarin bereits am Gang vor, wobei die Frau einen verängstigten und weinerlichen Eindruck machte. Glücklicherweise blieb sie bei diesem Vorfall unverletzt.

Die Polizei reagierte schnell und nahm den Täter vorläufig fest. Zudem wurden gegen ihn ein Betretungs- und Annäherungsverbot sowie ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen. Nach den ersten Ermittlungen wurde der Mann später auf freiem Fuß angezeigt. Der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf das Thema häusliche Gewalt, das in Wien und darüber hinaus ein ernstes Problem darstellt. Hilfsangebote für Opfer häuslicher Gewalt sind in Wien vielfältig und umfassen unter anderem die Polizei-Notrufnummer 133 sowie die Hotline des Wiener Gewaltschutzzentrums unter 0800 700 217. Weitere Informationen sind unter hier und hier zu finden.

Häusliche Gewalt: Ein weit verbreitetes Problem

Die Situation in Favoriten verdeutlicht ein weit verbreitetes Phänomen: Gewalt gegen Frauen, das oft im persönlichen Umfeld stattfindet. Statistiken zeigen, dass im Jahr 2023 rund 181.000 Frauen in Deutschland Opfer häuslicher Gewalt wurden. Diese Zahl verdeutlicht, wie häufig solche Vorfälle sind und dass sie oft im Stillen geschehen. Häusliche Gewalt wird als besonders traumatisierend empfunden und umfasst verschiedene Formen der Partnerschaftsgewalt sowie innerfamiliäre Gewalt.

Ein weiteres Problem ist das Dunkelfeld, das die Anzahl der nicht gemeldeten Fälle umfasst. Viele Betroffene zögern, sich zu melden, oft aus Scham oder Schuldgefühlen. Die Anzeigebereitschaft korreliert stark mit sozialen Normen, die in vielen Fällen dazu führen, dass Frauen ihre Erfahrungen nicht offenbaren. Ein Hilfetelefon für Frauen, das unter der Nummer 116 016 erreichbar ist, bietet eine Anlaufstelle für Betroffene, die Unterstützung suchen. Weitere Informationen zu diesem Thema und zu Hilfsangeboten finden Sie unter diesem Link.