Der Eurovision Song Contest (ESC) 2026 wird vom 12. bis 16. Mai in der Wiener Stadthalle stattfinden. Inmitten der Vorbereitungen hat der ORF ein umfangreiches Sicherheitskonzept ausgearbeitet, das die Sicherheit aller Beteiligten gewährleisten soll. Zu den Maßnahmen gehören der Einsatz von 500 Sicherheitskräften sowie 180 Kameras, die das Gelände überwachen werden. Strenge Kontrollen beim Zutritt sind ebenfalls Teil des Plans: Rucksäcke, Bauch- und Handtaschen sind auf dem Veranstaltungsgelände verboten. Nur persönliche Gegenstände, die in die Hosentasche passen, sowie transparente Behälter bis maximal A6-Größe werden erlaubt sein.
Alle mitgebrachten Gerätschaften müssen durch Röntgenstraßen, Metalldetektoren und an Spürhunden vorbei. ORF-Veranstaltungschef Oliver Lingens hat betont, dass die Sicherheit aller Delegationen höchste Priorität hat. Wiener Landespolizeivizepräsident Dieter Csefan berichtet von keinen konkreten Gefährdungshinweisen, jedoch von einem Risiko durch extremistisch motivierte Akteure. Die österreichischen Sicherheitsbehörden stehen in engem Austausch mit internationalen Partnern, um potenzielle Gefahren frühzeitig zu erkennen.
Boykott und Teilnahme von Ländern
In diesem Jahr nehmen 35 Länder am ESC teil, wobei einige aufgrund der Teilnahme Israels einen Boykott angekündigt haben. Israel wird, wie von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) bestätigt, am Wettbewerb teilnehmen. Israels Präsident Izchak Herzog lobte die Entscheidung und betonte, dass Israel auf allen Bühnen der Welt vertreten sein sollte. Länder wie Spanien, Irland, die Niederlande und Slowenien haben jedoch ihren Rückzug aus dem Wettbewerb angekündigt, was auf die hohe Zahl palästinensischer Opfer im Gaza-Krieg zurückzuführen ist. Belgien, Schweden und Finnland erwägen ebenfalls einen Boykott.
Die ARD unterstützte die EBU-Entscheidung und betonte die Wichtigkeit von Regeln und Unparteilichkeit. Im November gab die EBU neue Regeln bekannt, die darauf abzielen, den Konflikt zu entschärfen und das Vertrauen in den Wettbewerb zu stärken. Zu diesen neuen Regeln gehört, dass professionelle Jurys bereits in den Halbfinals abstimmen sollen.
Sicherheitsvorkehrungen und organisatorische Details
Die Sicherheitsvorkehrungen für den ESC sind vergleichbar mit denen an Flughäfen. Die umfassenden Sicherheitsmaßnahmen, die in einem 400 Seiten umfassenden Sicherheitskonzept festgehalten sind, beinhalten regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen der ESC-Mitarbeiter und Maßnahmen zur Drohnenabwehr. Zudem wird eine „Cybersecurity Coordination Group“ eingerichtet, die mit dem Innenministerium und der EBU zusammenarbeitet, um Cyberangriffe zu verhindern. Auch für ESC-Fans werden strenge Maßnahmen ergriffen: Es können längere Wartezeiten beim Einlass auftreten, und Tickets sind personalisiert, was eine Ausweispflicht beim Einlass zur Folge hat.
Zur Organisation des Events gehört auch die Bereitstellung von Schließfächern für größere Taschen sowie die Nutzung einer nachhaltigen Energiequelle durch eine Photovoltaikanlage. Der ORF strebt an, den ESC als „Green Event“ zu zertifizieren und diskutiert über mögliche Sonn- und Feiertagsöffnungen während der ESC-Woche, um den Bedürfnissen von Besuchern und Hotelgästen gerecht zu werden.
Insgesamt wird der ESC 2026 in Wien ein beeindruckendes Spektakel, das nicht nur durch seine musikalische Vielfalt, sondern auch durch seine Sicherheitsvorkehrungen und organisatorische Raffinesse überzeugen soll. Für die Fans wird es am 26. März die Möglichkeit geben, Restkarten zu kaufen – ein Ereignis, das alle Augen auf die österreichische Hauptstadt lenken wird. Weitere Informationen können unter diesem Link sowie hier gefunden werden.