In der Donaustadt brodelt es politisch. Besonders die ÖVP sieht sich einem innerparteilichen Machtkampf gegenüber, der bis zur Landespartei reicht. Der Bezirkschef der SPÖ, Ernst Nevrivy, steht zudem wegen der Causa Wienwert vor Gericht, was die ohnehin angespannte Lage weiter verschärft. Die umstrittene Bezirksparteiobfrau Gudrun Kugler sieht sich mit zahlreichen Vorwürfen konfrontiert, während Gemeinderätin Caroline Hungerländer als mögliche Nachfolgerin ins Spiel gebracht wird.
Besonders pikant ist der Vorwurf, dass neue Mitglieder des ÖAAB nur zur Stärkung von Hungerländer dienen sollen. Anonyme Mails, die in der ÖVP zirkulieren, enthalten schwere Vorwürfe gegen die Bezirkspartei und ihren Umgang mit Neumitgliedschaften. Während Kugler, die auf den ersten Listenplatz bei der Wien-Wahl gesetzt wurde, um ein Grundmandat zu sichern, von einer „Schmutzkübelkampagne“ spricht, gibt es hinter den Kulissen immer mehr Unmut über Hannes Taborsky, der seit seiner Übernahme der ÖAAB-Landesorganisation im Jahr 2022 in der Kritik steht.
Wahlen und politische Entwicklungen
Die politischen Spannungen in der Donaustadt spiegeln sich auch in den Wahlergebnissen wider. Bei der Nationalratswahl 2024 erzielte die SPÖ mit 29,8 Prozent einen Zuwachs von 0,7 Prozentpunkten, während die FPÖ mit 27,86 Prozent einen signifikanten Zuwachs von 10,85 Prozentpunkten verzeichnete und nun die zweitstärkste Partei ist. Die ÖVP hingegen fiel auf den dritten Platz mit nur 17,2 Prozent, was einem Verlust von 8,99 Prozentpunkten entspricht. Diese Entwicklung zeigt deutlich, wie stark die politischen Dynamiken in der Donaustadt im Wandel sind.
Die NEOS konnten mit 9,55 Prozent ebenfalls einen Zuwachs verzeichnen und sich auf den vierten Platz vorarbeiten, während die Grünen mit 6,87 Prozent auf den fünften Platz fielen und einen Verlust von 6,87 Prozentpunkten hinnehmen mussten. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,07 Prozent, was zeigt, dass die Wählerinnen und Wähler durchaus an den politischen Entwicklungen interessiert sind.
Ausblick auf die kommenden Wahlen
Der politische Kontext wird sich in naher Zukunft weiter zuspitzen. Am 27. April 2025 stehen in Wien die Gemeinderats- und Bezirksvertretungswahlen an, und die SPÖ bleibt unter der Führung von Michael Ludwig die stärkste politische Kraft. Auch wenn die FPÖ bei den letzten Wahlen signifikante Zuwächse erzielt hat, bleibt abzuwarten, wie sich die internen Machtkämpfe innerhalb der ÖVP auf die Wahlen auswirken werden. Zusätzlich stehen weitere Wahlen in anderen Bundesländern an, was die politische Landschaft in Österreich beeinflussen könnte.
Insgesamt zeigt sich, dass die Donaustadt ein Brennpunkt politischer Auseinandersetzungen ist, in dem sowohl interne Machtkämpfe als auch externe Wahlergebnisse maßgebliche Auswirkungen auf die Zukunft der Parteien haben werden.