Ein ganz besonderes Highlight in der Gartenwelt Wiens wird aktuell in der zweiten Folge der Serie „Erbe Österreich“ präsentiert. Die Gestalterin Patrice Fuchs nimmt die Zuschauer mit auf eine Entdeckungsreise durch die verborgenen Gartenanlagen der Stadt. Diese oft unzugänglichen und privaten Oasen sind nicht nur grüne Rückzugsorte, sondern spiegeln auch den Glanz der Wiener Bourgeoisie des späten 19. Jahrhunderts wider. Krone.at berichtet von den faszinierenden Gärten, die Fuchs besucht und die das Erbe dieser prunkvollen Epoche lebendig halten.
In Wien finden sich Erinnerungen an eine Zeit, in der die Gartenkunst florierte. Der barocke Hinterhofgarten in der Lerchenfelder Straße (8. Bezirk) sowie ein Innenhofgarten im 7. Bezirk sind nur einige der verborgenen Juwelen, die Fuchs erkundet. Der Schulgarten Kagran, bekannt für das Rothschild-Heizhäuschen und den malerischen „Monet-Garten“, zeigt, wie Tradition und moderne Gartenkunst miteinander verbunden werden können. Ebenso beeindruckt der Gemeinschafts-Dachgarten auf einem Gemeindebau am Handelskai in der Leopoldstadt, der als grünes Herz der Nachbarschaft fungiert. ORF.at hebt hervor, dass diese Gärten oft generational gedachte Projekte sind, in denen Gärtner ihre Leidenschaft und ihr Wissen über die Jahre weitergeben.
Gärten aus einer anderen Zeit
Gärten, wie sie Fuchs vorstellt, sind nicht nur grüne Paradiese, sondern erzählen auch Geschichten aus der Vergangenheit. Bereits im Mittelalter war Wien geprägt von ausgedehnten Grünflächen und Gartenanlagen, die anfangs vor allem für die Nahrungsmittelproduktion angelegt wurden. Historische Gartenanlagen wie der Garten des Neugebäudes oder die Promenaden im Augarten zeugen von dieser Tradition. GeschichteWiki schildert, dass im 16. Jahrhundert die ersten Lust- und Ziergärten entstanden, die vom Einfluss italienischer Gestaltungselemente geprägt waren.
Im 18. Jahrhundert erlebte Wien eine Blütezeit der Gartenarchitektur. Die Parks Schönbrunn und Belvedere sind bedeutende Beispiele, die auch heute noch Besucher in ihren Bann ziehen. Maria Theresia schuf den Botanischen Garten, während Joseph II. den Prater und den Augarten für die Öffentlichkeit zugänglich machte. Diese Entwicklungen führten zu einer hohen Kultivierung des städtischen Grüns und prägten das Stadtbild nachhaltig.
Von der Vergangenheit zur Gegenwart
Die Gärten, die Patrice Fuchs ins Licht rückt, sind nicht nur schön anzusehen, sie repräsentieren auch das soziale und kulturelle Erbe der Wiener. Mit einem Gespür für das Besondere lässt die Serie „Erbe Österreich“ diese Gartenanlagen lebendig werden. Dabei zeigt sich, dass gepflegte Gärten nicht nur Rückzugsorte, sondern auch Orte des Austauschs und der Gemeinschaft sind. Die Stadt Wien, die zwischen 1900 und 1918 zahlreiche Parkanlagen schuf und bis heute ein großes Augenmerk auf die Pflege ihrer Grünfläche legt, verdeutlicht, wie wichtig diese Lebensadern für die Bevölkerung sind.
Die Serie erweckt das Interesse an den verborgen Gärten zur richtigen Zeit, denn mit den ersten warmen Frühlingstagen nutzen viele Wiener:innen die Gelegenheit, um im Freien zu verweilen. Wer also das Besondere sucht, sollte einen Blick in die Pracht dieser außergewöhnlichen Gartenanlagen werfen – sie sind wahre Schätze im Herzen Wiens.



