In Wien-Donaustadt steht die Bücherei in der Bernoullistraße vor dem endgültigen Ende. Laut meinbezirk.at wird der letzte Öffnungstag am 22. Mai 2026 sein, bevor das Gebäude abgerissen wird, um einem neuen Stadtquartier Platz zu machen. Dies stellt nicht nur eine große Veränderung für die Bücherei dar, sondern könnte auch weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Nachbarschaft haben.
Im Rahmen der geplanten Neuentwicklung am Schrödingerplatz hat die Bezirksvorstehung bereits neue Standorte bezogen, während eine Volkshochschule und ein Jugendzentrum ebenfalls in den Startlöchern stehen. Aktuell herrscht jedoch noch Unsicherheit, was den künftigen Standort der Bücherei betrifft. Es sind keine spezifischen Pläne für einen Ersatzstandort in der Donaustadt bekannt, und die Rückgaben von Büchern können nach Schließung in anderen Büchereien erfolgen.
Bedeutung der Bücherei für die Gemeinschaft
Die Bücherei in Donaustadt ist mehr als nur ein Ort zum Lesen; sie ist ein wichtiger Bestandteil der Bildungs- und Kultureinrichtungen, die für die Gemeindestruktur von Bedeutung sind. Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) bestätigt, dass die Planungen für die zukünftige Entwicklung des Büchereistandorts unter Berücksichtigung der haushaltspolitischen Rahmenbedingungen fortgeführt werden. Abgesehen davon hatte Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) bereits Ende 2022 einen Plan für den Schrödingerplatz vorgestellt, der eine „Große Bücherei“ vorsah.
Der Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ) hat den Bedarf an neuen Büchereien in der Donaustadt hervorgehoben und betont, dass Ausbau und Modernisierung dringend notwendig sind. Momentan gibt es lediglich zwei Büchereien in der Donaustadt, wobei eine davon im benachbarten Floridsdorf zu finden ist. Die Anwohner äußern Bedenken, dass die verbleibenden Standorte in der Seestadt und Kaisermühlen den Anforderungen eines so großen Bezirks nicht gerecht werden können.
Neue Perspektiven für die Zukunft
Während die Schließung der Bücherei in Bernoullistraße bevorsteht, gibt es Hoffnung auf neue Projekte, die den Bewohnern der Donaustadt zugutekommen könnten. Ein neues Hochhausprojekt im Stadtteil Kagran, das ebenfalls eine städtische Bücherei beherbergen soll, wird gerade entwickelt. Laut wien.orf.at wird das geplante Gebäude mit einer Höhe von 85 Metern an der Kreuzung Wagramer Straße und Donaustadtstraße entstehen. Das Projekt, das von der Sozialbau realisiert wird, verspricht eine ikonische architektonische Ausgestaltung und soll als kulturelle Nutzung dienen.
Zusätzlich wird in der Planung auch eine mögliche Brücke über die Fahrbahn in Betracht gezogen, sodass die Benutzer der neuen Bibliothek nicht nur Literatur, sondern auch einen atemberaubenden Ausblick auf die Stadt genießen können. Die nächste Phase des Projekts umfasst einen Architekturwettbewerb, gefolgt von einem Widmungsverfahren, für das jedoch noch kein Zeitplan oder Kostenschätzung vorliegt.
Angesichts dieser Entwicklungen wird deutlich, dass die Bildungs- und Kultureinrichtungen in einer wachsenden Stadt wie Wien von großer Bedeutung sind. Die nationale Stadtentwicklungspolitik hebt hervor, dass insbesondere die Förderung von Kultureinrichtungen wie Bibliotheken einen positiven Einfluss auf die Attraktivität von Wohn- und Wirtschaftsstandorten hat. Es bleibt abzuwarten, wie diese Entwicklungen die Nachfrage nach kulturellen Bildungsangeboten in der Donaustadt beeinflussen werden.