Im Jahr 1945 brach in Europa die Hölle los. Während die Wehrmacht an der Ostfront von der Roten Armee zurückgedrängt wurde und die letzten deutschen Vorstöße an der Westfront, wie die Ardennenoffensive, kläglich scheiterten, waren die deutschen Städte unter dem Bombenkrieg einer völligen Zerstörung ausgesetzt. Inmitten dieser dramatischen Ereignisse fand im Februar ein entscheidendes Treffen der Alliierten statt.
Von 4. bis 11. Februar versammelten sich in Jalta, auf der Halbinsel Krim, die drei politischen Schwergewichte der damaligen Zeit: Josef Stalin, Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill. Die Konferenz von Jalta diente als wichtige Plattform zur Beratung über die Nachkriegsordnung und den Umgang mit den besetzten Gebieten. Die militärische Lage hatte sich zugunsten der Alliierten gewendet, und der Vormarsch der Roten Armee sowie der Überqueren der deutschen Grenze durch die USA und ihre Verbündeten waren klare Vorzeichen für das baldige Ende des Zweiten Weltkriegs, wie Wikipedia festhält.
Die Ziele der Konferenz
Die großen Drei hatten klare Ziele, die sich auf die europäische Nachkriegsordnung konzentrierten. Insbesondere die schnelle Beendigung des Krieges und die Entmilitarisierung und Entnazifizierung Deutschlands standen im Zentrum der Gespräche. Doch trotz dieser Einigkeit zeigten sich auch erhebliche Spannungen, was die unterschiedlichen Interessen der Alliierten anging, wie die bpb berichtet.
Stalin war nahezu besessen von der Anerkennung der ost- und südosteuropäischen Länder als Gebiet der sowjetischen Interessensphäre. Roosevelt bemühte sich, Stalin als Verbündeten gegen Japan zu gewinnen, während Churchill für die Etablierung demokratischer Ordnungen in Europa plädierte. Eine der großen Herausforderungen war die Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen, die schließlich beschlossen wurde, wobei jedoch viele strittige Fragen offenblieben. Der Vorschlag, Frankreich als viertes Mitglied im Alliierten Kontrollrat aufzunehmen, stieß nur auf zögerliche Zustimmung von Stalin, und die Diskussionen über mögliche Reparationen verliefen nicht ohne Konflikte.
Folgen der Konferenz
Die Vereinbarungen von Jalta legten den Grundstein für eine komplexe Nachkriegsordnung, die schließlich in der Konferenz von Potsdam im Juli und August 1945 präzisiert wurde. Immerhin über 20 Milliarden US-Dollar wurden für mögliche Reparationen diskutiert, ein Thema, das sowohl Stalin als auch Churchill polarisierten. Zudem wurde die Ostgrenze Polens auf die sogenannte „Curzon-Linie“ festgelegt, und Polen erhielt umfangreiche Gebietszuwächse im Norden und Westen, während die polnische Westgrenze noch vertagt wurde.
Am Ende wurde der Wille zur Zusammenarbeit bei der Gründung der Vereinten Nationen festgezurrt. Stalins Verpflichtung, Japan nach dem siegreichen Ende des Krieges gegen Deutschland den Krieg zu erklären, war ein weiterer bedeutender Aspekt der Konferenz, und er erfüllte dieses Versprechen schließlich am 8. August 1945. Wie das DHM ausführlich beschreibt, waren die Anforderungen und Sorgen, die hier zur Sprache kamen, ein direktes Spiegelbild der politischen Lage jener Zeit.
Ein Ende der Feindseligkeiten rückte unaufhaltsam näher. Der 8. Mai 1945 sollte schließlich als Tag der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht in die Geschichte eingehen. Am 30. April desselben Jahres hatte Adolf Hitler im Führerbunker Suizid begangen, und bereits Ende März überschritten die Alliierten den Rhein, was die letzte Barriere vor der vollständigen Besetzung Deutschlands darstellte.
Die Nachkriegszeit, die durch die Konferenz in Jalta eingeleitet wurde, brachte nicht nur das Ende des Zweiten Weltkriegs, sondern auch die Grundlage für das politische Geschehen der nächsten Jahrzehnte, einschließlich des Kalten Kriegs und der Gründung der Vereinten Nationen am 26. Juni 1945. Die Entscheidungen, die in Jalta getroffen wurden, haben bis heute weitreichende Auswirkungen auf die geopolitische Landschaft.



