Wie Architektur unsere Gefühle beeinflusst: Ein tiefgehender Blick!
Armin Mostafavi und Armin Daneshgar erforschen in Aspern, wie Architektur das Wohlbefinden beeinflusst, unter Verwendung neurowissenschaftlicher Methoden.

Wie Architektur unsere Gefühle beeinflusst: Ein tiefgehender Blick!
In einer Zeit, in der wir uns immer mehr mit dem Einfluss unserer Umgebung auf unser Wohlbefinden auseinandersetzen, gewinnt das Zusammenspiel von Architektur und Psychologie zunehmend an Bedeutung. Besonders spannend ist die Forschung von Armin Mostafavi, einem Post-Doktoranden am Institut für Human-Centered Design der Cornell Universität, der das Phänomen untersucht, dass Menschen in perfekt gestalteten Gebäuden häufig unwohl fühlen. Dabei arbeitet er eng mit dem Wiener Architekten Armin Daneshgar, der sich mit der Schaffung „empathischer“ Gebäude beschäftigt, zusammen. Gemeinsam analysieren sie, wie Gefühle beim Betreten von Räumen, insbesondere von sakralen, hervorgerufen werden können. Die Presse berichtet, dass sie immersive Technologien und psychophysiologische Messungen einsetzen, um das Verhalten und die Wahrnehmungen der Menschen in verschiedenen Gebäuden zu analysieren.
Das Ziel dieser faszinierenden Forschungsrichtung ist es, neurowissenschaftliche Erkenntnisse in die Architektur und Umweltpsychologie zu integrieren, um das Wohlbefinden der Menschen in der gebauten Umwelt zu fördern. In den vergangenen Jahrzehnten lag der Fokus vieler Architekten auf der technischen Perfektion ihrer Entwürfe, während die menschlichen Bedürfnisse oft hintangestellt wurden. Mostafavi und Daneshgar verfolgen einen evidenzbasierten Ansatz, um Entscheidungsträger von der Wichtigkeit des menschlichen Wohlbefindens zu überzeugen. Ihre Erkenntnisse könnten helfen, finanzielle Mittel für zukünftige Architekturprojekte zu generieren und die Ausrichtung der Planung grundlegend zu verändern.
Empathische Architektur im Fokus
Die Forschungen von Mostafavi und Daneshgar sind nicht nur theoretischer Natur. In den letzten fünf Jahren haben sie zahlreiche Projekte in Österreich umgesetzt, die den Fokus auf menschliches Verhalten und psychologische Erfahrungen legen. Dazu gehört eine Kapelle im Burgenland, deren Design sich auf die emotionale Qualität des Lichtes konzentriert, sowie ein medizinisches Zentrum im Irak. Besonders erwähnt werden sollte die mit dem Big See-Award ausgezeichnete Ariana Eventhalle in Aspern, die räumliche Hinweise nutzt, um die Orientierung in urbanen Umgebungen zu verbessern.
Was bedeutet das konkret für die Architektur, insbesondere im Gesundheitssektor? In diesem Kontext spielt insbesondere die „heilende Architektur“ eine entscheidende Rolle. Der Trend geht dahin, dass Architekten Architektur entwerfen, die nicht nur funktional, sondern auch gesundheitsfördernd ist. Beispiele wie das REHAB in Basel zeigen, wie Oberlichter zur neurophysiologischen Stimulation von Patienten genutzt werden können.
Ein Blick in die Zukunft
Angesichts der Herausforderungen im modernen Krankenhausbau wird immer klarer, dass traditionelle Ansätze nicht mehr ausreichen. Es ist ein Umdenken nötig, weg von der rein bedarfsorientierten hin zur bedürfnisorientierten Architektur. Dies bestätigt die Erkenntnis, dass wissenschaftsbasierte Architekturkonzepte Stress bei Patienten und ihren Familien signifikant reduzieren können. Ein Beispiel dafür ist das Princes Máxima Zentrum für Kinderonkologie in Utrecht, das innovative Patientenzimmer-Typologien entwickelt hat, um den Bedürfnissen von Eltern und Kindern gerecht zu werden.
Die nächsten Schritte in der Architektur könnten entscheidend darüber sein, wie wir zukünftige Lebensräume gestalten. Momentan entwickelt sich eine spannende Landschaft der evidenzbasierten Planung, die das Ziel hat, unsere gebaute Umwelt nicht nur schöner, sondern auch gesünder zu gestalten. Die Arbeiten von Mostafavi und Daneshgar sind dabei ein wegweisender Beitrag.