Wiener Würstelstände haben eine spannende Wendung genommen, seit Mike Lanner den entscheidenden Schritt wagte, sein veganes Experiment zu starten. Nach zwei Monaten intensiver Erprobung endet dieses als Erfolg und wird nun von einem neuen Konzept abgelöst, das sowohl vegane als auch traditionelle Fleischspezialitäten vereint. [Kurier.at berichtet, dass Lanner seit Dienstag wieder Bio-Fleischwürste an seinen Ständen in der Pfeilgasse 1 (Josefstadt) und an der U4-Station Spittelau (Döbling) anbietet.

Natürlich bleibt die vegane Currywurst, die sich bereits großer Beliebtheit erfreut, fest im Angebot. Neu sind unter anderem ein veganer Hotdog mit Krennmayo und Sauerkraut sowie Aufstrichbrote mit Grammelschmalz, Leberwurst und Pilzpaté. Der Lumpa Salat, eine Vorarlberger Spezialität, erweitert das kulinarische Angebot.[Kurier.at]

Ein internationaler Trend

Die Vorliebe für pflanzliche Alternativen ist nicht nur in Wien ein Thema. In ganz Österreich und darüber hinaus verzichten immer mehr Menschen auf Fleisch und tierische Produkte. Laut aktuellen Studien zum Thema Vegetarismus und Veganismus beobachten wir einen klaren Anstieg dieser Ernährungsweisen. Die Beweggründe sind vielfältig: Nachhaltigkeit und Tierschutz stehen ganz oben auf der Liste der Motive für viele Verbraucher. Der Markt für pflanzliche Ersatzprodukte boomt und bietet mittlerweile viele schmackhafte Alternativen.[Statista]

Ob nun Pescetarier, die gelegentlich Fisch genießen, oder Flexitarier, die ihren Fleischkonsum reduzieren – die Vielfalt der Ernährungsformen wächst. Dabei zeigt sich, dass fleischlose Ernährung nicht nur im Trend liegt, sondern auch aus einer Neigung zur bewussteren Lebensweise resultiert.[Statista]

Finanzieller Erfolg und Zielgruppenerweiterung

Lanner selbst überrascht von der positiven Resonanz auf das vegane Konzept. In der Pfeilgasse konnte er im Januar und Februar mit den veganen Optionen mehr Umsatz generieren als zuvor. Sogar in Spittelau, wo der Stand in der kalten Jahreszeit normalerweise geschlossen war, blieb der Umsatz stabil.[Kurier.at] Die Trinkgelder an beiden Standorten sind ebenfalls gestiegen, was die Beliebtheit der veganen Angebote untermauert.

Besonders erfreulich ist, dass die Vielfalt der Gäste am Stand zugenommen hat. Lanner stellt fest, dass er vor allem mehr Frauen und FLINTA-Personen anzieht. Dies hat ihn dazu bewogen, im März ein feministisch orientiertes Marketing einzuführen, das mit einem Gender-Pay-Gap-Rabatt von 11,6 % aufwartet.[Kurier.at]

Festivals und zukünftige Pläne

Um die Grundlage für seinen neuen Kundenkreis weiter auszubauen, plant Lanner ein dreitägiges Festival in Spittelau. Vom 26. bis 28. März gibt es Gesprächsrunden, Workshops und Livemusik, die dieses neue Konzept noch mehr ins Rampenlicht rücken.[Kurier.at]

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Wien mit den neuen Angeboten im Bereich der veganen und traditionellen Fleischspezialitäten einen Schritt in Richtung einer bunteren, nachhaltigen Gastronomie macht. Der Erfolg des Würstelstands von Mike Lanner könnte ein Lichtblick für viele andere Standorte sein — und vielleicht auch für die zukünftige Entwicklung der österreichischen Esskultur.[Kurier.at]