Die Parkplatzsituation in der Saileräckergasse sorgt für ordentlich Aufregung in Döbling. Eine aktuelle Studie zur Parkplatznutzung zeigt, dass die Lage, vor allem in den Abendstunden, alles andere als rosig ist. Die Erhebung von MeinBezirk deckt auf: Bereits am Vormittag liegt die Auslastung der Parkplätze bei über 77%, und ab 20 Uhr schießen die Zahlen auf atemberaubende 96,5% – um schließlich um 22 Uhr mit 97,7% ihren Spitzenwert zu erreichen. Dies stellt die Stadt vor die Herausforderung, endlich die nötigen Anwohnerparkplätze zu schaffen, vor allem da die 90-Prozent-Hürde, die einen solchen Stopp für Anwohnerplätze prüft, in den späten Abendstunden überschritten wird.
Der Hintergrund dieser Entwicklung ist ein Antrag der SPÖ aus dem Jahr 2024, der zusätzliche Anwohnerparkplätze in der Gegend fordert. Bezirksvorsteher Daniel Resch von der ÖVP sieht jedoch die Schuld teils bei einem neuen Radweg in der Krottenbachstraße, der für den Verlust von 200 Stellplätzen verantwortlich ist. Als „massive Fehlentscheidung“ bezeichnet Resch den Bau, während die FPÖ lautstark fordert, entweder eine „Volksgarage“ unter dem Krimpark zu errichten oder den Radweg zurückzubauen. In der Debatte kommt auch die Sichtweise von Mahboobeh Bayat von der SPÖ zu Wort, die den Radweg als dringend nötige sichere Infrastruktur ansieht und betont, dass die Parkplatzsituation schon vor dessen Bau angespannt war.
Verdrängte Parkmöglichkeiten
Die Auswirkungen des Radwegbaues sind nicht zu übersehen, nicht nur in der Saileräckergasse. Sandra Birnbaumer, Inhaberin eines Blumenladens in der Krottenbachstraße, hat ihre Ware vor Staub geschützt, während die Bauarbeiten vor ihrer Tür stattfinden. Sie äußert Bedenken, dass der Wegfall der Parkplätze die Kundschaft vertreiben könnte, da viele ihrer Kunden mit dem Auto anreisen. Der Radweg wird mit einer Breite von zwei bis drei Metern auf einer Strecke von rund 1,5 Kilometern angelegt, wo zuvor Stellplätze für Autos waren. Diese Veränderungen könnten auf lange Sicht das Geschäftsleben in der Umgebung beeinflussen.
Wie geht es nun weiter mit den Anwohnerparkplätzen? Laut wien.gv.at können Anwohnerparkplätze in Gebieten geschaffen werden, wo die Parkplatz-Auslastung über 90 Prozent liegt. Voraussetzung dafür sind umfassende Erhebungen, die durch die MA 46 durchgeführt werden. Die Bezirksvorstehungen und Bezirksvertretungen spielen eine entscheidende Rolle, indem sie Gebiete vorschlagen, wo Anwohnerparkplätze verordnet werden sollen. Maximal 30 Prozent der vorhandenen Parkplätze in einem bestimmten Gebiet können für Anwohner reserviert werden, was auch die derzeitige Diskussion in Döbling nochmals anheizt.
Bei all den Auseinandersetzungen bleibt die Frage: Wie wird sich die Situation für die Anwohner und Geschäftsleute weiterentwickeln? Klar ist, dass der Parkplatzmangel nicht nur das Alltagsleben der Anwohner betrifft, sondern auch die Geschäfte im Viertel vor große Herausforderungen stellt.