In der pulsierenden Restaurantlandschaft Wiens nimmt das traditionsreiche Schnitzelrestaurant Figlmüller eine ganz besondere Stellung ein. Seit der Gründung im Jahr 1905 von der Familie Figlmüller, wird das Unternehmen nun in vierter Generation von Hans und Thomas Figlmüller geführt. Mit Geschick und einem guten Gespür für Trends haben die Brüder das Geschäft erfolgreich ausgebaut und betreiben mittlerweile neun Lokale, die täglich rund 6.000 Gäste bedienen. So könnten die meisten Betreiber nur träumen – aber die Herausforderungen, die die Gastronomie mit sich bringt, sind gewaltig.

Den Umstieg zur Nachhaltigkeit und gleichzeitig die Gewinnung von Fachkräften gestaltet sich für viele Gastronomiebetriebe als knifflig. Die Corona-Pandemie hat die Branche stark getroffen und stellte viele Gastronomen vor die Wahl, ihre Dienstleistung und Rentabilität zu überdenken. „Die Lockdowns waren augenöffnend“, erklärt Mario Pulker, Obmann der Gastronomie in der Wirtschaftskammer. Viele Betriebe haben mittlerweile fixe Ruhetage eingeführt, um ihre Rentabilität zu sichern. Ein Umdenken ist also nötig, bei gleichzeitiger Preissteigerung durch die Energiepreiskrise und Lohnsteigerungen, die für das mittlere Preissegment eine Herausforderung darstellen. Diese Trends sind auch bei Figlmüller zu spüren, wo bis zu 80 Prozent der Gäste Touristen sind, die oft aus den unterschiedlichen Winkeln der Welt in die Wiener Innenstadt strömen, angezogen vom berühmten Schnitzel.

Herausforderungen der Gastronomie nach Corona

Die Regierungen haben zwar viele Gastronomiebetriebe in der Krisenzeit unterstützt, dennoch waren die Hilfen oft nur begrenzt. Der Jahresumsatz von Figlmüller sank während der Pandemie auf null, doch aktuell läuft der Umsatz auf 70 bis 100 Prozent in geöffneten Betrieben – zwei Lokale sind aber bis heute geschlossen. „1G wäre besser als 0G“, meint Figlmüller, wenn er die Diskussion um mögliche Zutrittsregelungen in der Gastronomie anspricht. Immerhin sind 80 bis 90 Prozent seiner Gäste geimpft.

Zusätzlich haben die Lockdowns dazu geführt, dass viele Mitarbeiter der Branche den Dienst quittiert und in den Handel gewechselt sind. Der Anteil an Mitarbeitenden, die in die Gastronomie zurückkehren, ist gering, und viele Betriebe kämpfen eh schon mit einer Personalproblematik. Auch Familie Figlmüller ist davon betroffen. Die Wertschätzung für die Mitarbeiter hat sich zwar erhöht, dennoch bleibt die Branche von Insolvenzen geplagt und hat ihren Nimbus an Jobsicherheit verloren.

Neue Wege und Pläne

Trotz dieser Schwierigkeiten bleibt Figlmüller optimistisch. Neben dem klassischen Schnitzelhaus werden neue Gastronomiekonzepte wie das 2022 eingeführte „Figoletta“ begeistert angenommen. Eine Neueröffnung in der Rotenturmstraße ist für dieses Jahr geplant, und das Unternehmen peilt mit einem Franchise-Konzept eine Präsenz am Flughafen Wien ab 2027 an. So möchte die Branchengröße nicht nur die Wiener Gäste ansprechen, sondern auch Touristen aus der ganzen Welt, die den einzigartigen Figlmüller-Genuss erleben wollen.

Wie das Portal trend.at berichtet, leitet die Familie Figlmüller ihr Unternehmen mit Weitblick und einer innovativen Handschrift. Das Ziel ist es, die Herausforderungen anzunehmen und gleichzeitig den wachsenden Ansprüchen der Gastronomie in den Bereichen Klimaschutz und Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Die Schaffung von einem nachhaltigen Betrieb, der auch die veränderten Erwartungen der Gäste berücksichtigt, wird die Zukunft der Gastronomie entscheidend prägen.

In dieser Zeit des Wandels bleiben die Figlmüllers beim Bewährten und suchen gleichzeitig nach neuen Wegen, um ihr Erbe in der Wiener Gastronomieszene zu festigen und nachhaltig zu gestalten.

Wie sich die Gastronomie in den nächsten Jahren entwickeln wird, bleibt spannend, aber eines ist sicher: Die Herausforderungen sind enorm, und der Wandel braucht Zeit und frische Ideen. Weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in der Gastronomie finden Sie auf Profil, Nachrichten.at und Trend.at.