Das Wirtshaus „Häuserl am Stoan“ in Grinzing, Wien, ist ein wahres Juwel der Wiener Gastronomie. Gegründet im Jahr 1923 von den Großeltern des heutigen Chefs Andreas Fitzka, hat sich das Wirtshaus über die Jahrzehnte kaum verändert. Der Autor Achim Schneyder besuchte das Lokal erstmals 1985 und konnte feststellen, dass der Charme und die Gemütlichkeit des Hauses weiterhin bestehen – abgesehen von einem Hühnerstall und einem Wintergarten, die im Laufe der Jahre hinzugefügt wurden. Der Blick vom Gastgarten auf die Stadt ist hingegen unverändert geblieben und zieht nach wie vor viele Gäste an.

Andreas Fitzka, der seit 1985 in der Küche tätig ist und Teil des Familienbetriebs, hat sich dem Erbe seiner Großeltern verschrieben. Seine Tochter Yvonne arbeitet ebenfalls im Wirtshaus und plant, die Familientradition fortzusetzen. Die Speisekarte bietet eine Auswahl an traditionellen Gerichten zu moderaten Preisen, darunter Linsen mit Spiegelei und Knödel für 9,90 € und G’selchtes mit Kraut und Knödel für 14,50 €. Das Wirtshaus verfügt über eine große Kapazität mit etwa 300 Sitzplätzen im Garten und bietet täglich bis zu 50 Kilo frisch geschälte Erdäpfel für verschiedene Kartoffelgerichte an – Pommes frites sucht man hier vergebens.

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Ein Blick in die Geschichte

Im Jahr 2026 wird das „Häuserl am Stoan“ stolze 100 Jahre alt sein, und die Geschichte des Wirtshauses ist eng mit der Entwicklung der Wiener Gastronomie verbunden. Während „Häuserl am Stoan“ Tradition und Beständigkeit verkörpert, gibt es auch andere Gastronomiekonzepte, die die Wiener Esskultur geprägt haben, wie die Schnellrestaurantkette Wienerwald. Gegründet 1955 in München, erlebte die Kette unter dem berühmten Werbeslogan „Heute bleibt die Küche kalt, wir gehen in den Wienerwald“ einen rasanten Aufstieg. In den späten 70er Jahren gab es rund 700 Restaurants in Deutschland und Österreich.

Die Wienerwald-Holding AG meldete jedoch 1982 Insolvenz an, was zu einer Reihe von Veränderungen führte. Renate Thyssen erwarb den Konzern und konzentrierte sich auf das Kerngeschäft in Österreich, wo Wienerwald das größte Gastronomieunternehmen wurde. Doch auch hier blieben die Herausforderungen nicht aus. Nach einer weiteren Insolvenz im Jahr 2003 und verschiedenen neuen Konzepten, musste die Marke in den letzten Jahren zahlreiche Rückschläge hinnehmen. Im Jahr 2023 wurde das letzte Restaurant in Deutschland unter der Marke Wienerwald geschlossen.

Wiener Gastronomie im Wandel

Die Entwicklung des „Häuserl am Stoan“ und die Geschichte der Wienerwald-Kette zeigen, wie vielfältig und dynamisch die Gastronomieszene in Wien ist. Während das „Häuserl am Stoan“ mit seiner traditionellen Küche und familiären Atmosphäre besticht, steht Wienerwald für schnelle und unkomplizierte Hähnchenprodukte – ein Zeichen für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Gäste. Die Wiener Gastronomie bleibt somit im ständigen Wandel, doch die Wurzeln und Traditionen sind es, die viele Besucher an die Tische der Wirtshäuser und Restaurants ziehen.

Besucher des „Häuserl am Stoan“ können sich auf eine herzliche Atmosphäre und gutbürgerliche Küche freuen, während die Geschichte der Wienerwald-Kette als Beispiel für die Herausforderungen und Chancen in der Gastronomie dienen kann. Die Wiener Gastronomie ist ein Spiegel der Gesellschaft, und mit jedem neuen Jahr kommen neue Geschichten und Entwicklungen hinzu, die es wert sind, erzählt zu werden.