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Heute ist der 28.03.2026 und wir werfen einen Blick auf die einzigartige Kultur der Wienerinnen und Wiener, die oft als „grantig“ und doch voller „Schmäh“ beschrieben wird. In einer aktuellen Episode des Podcasts „Inside Austria“ wird die Frage aufgeworfen, ob internationale Besucher den speziellen Humor der Einheimischen wirklich verstehen können. Diese Diskussion ist besonders relevant, da der Umgangston in Wien von den Begriffen „Grant“ und „Schmäh“ geprägt ist, die tief in der wienerischen Identität verwurzelt sind.

In der Podcast-Folge werden nicht nur Einheimische, sondern auch Expats und eine Stadtpsychologin zu Wort gebeten, um zu erkunden, was Wien so lebenswert macht. Es zeigt sich, dass der „Wiener Schmäh“ eine charmante Grundhaltung widerspiegelt, die für viele das Herz der Stadt ausmacht. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff?

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Der Wiener Schmäh: Mehr als nur Humor

Der „Wiener Schmäh“ ist eine umgangssprachliche Wendung, die eine charakteristisch wienerische Art des Humors beschreibt. Der Duden leitet „Schmäh“ von mittelhochdeutsch „smæhe“ ab, was so viel wie „Beschimpfung“ oder „verächtliche Behandlung“ bedeutet. In der österreichischen Umgangssprache hat „Schmäh“ jedoch viele Facetten: Er steht für Kunstgriffe, Tricks, Schwindeleien, verbindliche Freundlichkeit und humorvolle Sprüche. Die Redewendung „Schmäh führen“ ist in Wien weit verbreitet und wird oft als Ausdruck der interaktiven, dialogischen Natur des Schmähs verstanden.

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Die charmante Grundhaltung, die dem Wiener Schmäh zugeschrieben wird, ist aus dem Wienerischen entstanden und hat sich auch in die Standardsprache übergegriffen. Besonders interessant ist, dass Wiener Schmäh oft mit „Wiener Charme“ gleichgesetzt wird, jedoch als unübersetzbar gilt. In der Reiseliteratur des 15. Jahrhunderts wurden die Wiener als gemütliches Volk beschrieben, das viel singt und isst – eine Beschreibung, die den Schmäh in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Der Charakter des Schmähs

Der Wiener Schmäh setzt eine „ironisch-zynische Distanzhaltung“ voraus und wird häufig im Zusammenhang mit dem „kulturell Fremden“ verwendet. Kabarettist Reinhard Nowak bezeichnete ihn als eine derb-liebenswerte Form des Miteinanders. Josef Hader hebt die Verbindung zwischen Charme und einer gewissen Unfreundlichkeit hervor, die für den Schmäh typisch ist. Dieser Humor ist oft hintergründig und voller versteckter Anspielungen, was ihn für Außenstehende manchmal schwer verständlich macht.

Die Universität Wien beschäftigte sich bereits 2008 mit dem Thema Wiener Schmäh und es gibt zahlreiche Beispiele in der Kabarettszene, die den Schmäh lebendig halten. So hat Lukas Resetarits 2015 ein Kabarettprogramm mit dem Titel „Schmäh“ aufgeführt, das die verschiedenen Facetten dieses Humors beleuchtet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Wiener Schmäh ein unverzichtbarer Bestandteil der wienerischen Identität ist. Er bringt nicht nur die besondere Art des Umgangs der Wiener miteinander zum Ausdruck, sondern zeigt auch, wie Humor als soziales Bindemittel fungiert. Wenn internationale Besucher nach Wien kommen, sollten sie sich darauf einstellen, dass der Schmäh oft mehr ist als nur ein Witz – er ist Teil einer komplexen kulturellen Ausdrucksform, die es zu verstehen gilt.