Heute ist der 18.04.2026. Ein großes Thema, das die Wirtschaft in Österreich aktuell beschäftigt, ist die geplante Übernahme von Ceconomy, dem Mutterkonzern von MediaMarkt, durch den chinesischen Online-Händler JD.com. Mit dem Vorhaben, 85 Prozent der Anteile an Ceconomy zu erwerben, könnte JD.com, eines der größten Internetunternehmen weltweit mit einem Jahresumsatz von 153 Milliarden Dollar, die Marktlandschaft erheblich verändern.
Ceconomy, das in elf europäischen Ländern präsent ist und über 1.000 Märkte betreibt, hat im Geschäftsjahr 2023/24 einen Umsatz von 22,4 Milliarden Euro erzielt, wobei etwa ein Viertel davon online generiert wurde. Die Ceconomy-Aktie hat seit Bekanntgabe des Übernahmeangebots, das bei 4,60 Euro je Aktie liegt und damit etwa 40% über dem Durchschnittskurs der letzten drei Monate, einen kräftigen Anstieg von mehr als 60% seit Jahresbeginn erfahren.
Widerstand in Österreich?
Die Übernahme könnte jedoch auf Widerstand in Österreich stoßen. Sollte die Transaktion scheitern, könnte MediaMarkt, ein bedeutender Akteur im österreichischen Einzelhandel, seine Aktivitäten in Österreich einstellen. Die Zukunft von MediaMarkt in der Alpenrepublik ist somit ungewiss. Ceconomy-Chef Kai-Ulrich Deissner betont, dass eine Partnerschaft mit JD.com den europäischen Handel stärken könne. Dennoch bleibt die Frage, wie sich die Übernahme auf die bestehenden Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge auswirken wird.
JD.com hat zugesichert, dass es im Rahmen der Transaktion keine betriebsbedingten Kündigungen oder Standortschließungen geben wird. Zudem will das Unternehmen die bestehenden Betriebsvereinbarungen, Tarifverträge und die Unternehmensmitbestimmung für drei Jahre wahren. Wesentliche Änderungen an der Unternehmensstruktur oder der Markenarchitektur sind ebenfalls nicht geplant. Dies könnte dazu beitragen, Bedenken der Mitarbeiter und Kunden zu zerstreuen.
Die nächsten Schritte
Der Abschluss der Übernahme wird im ersten Halbjahr 2026 erwartet. Eine Überprüfung der Transaktion auf EU-Ebene steht ebenfalls an, wobei keine großen Probleme mit den Kartellämtern prognostiziert werden. Diese Entwicklungen werden genau beobachtet, da JD.com im Jahr 2024 einen Umsatz von knapp 159 Milliarden US-Dollar erzielte und somit über die nötigen finanziellen Ressourcen verfügt, um die Übernahme zu stemmen.
Die Ceconomy-Aktie, deren Gesamtbewertung über 2,2 Milliarden Euro liegt, befindet sich in der Hand unterschiedlicher Aktionäre, darunter die Mitgründerfamilie Kellerhals mit 29,2% sowie die Meridian-Stiftung und der Familienkonzern Haniel. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Verhandlungen entwickeln und welche Auswirkungen sie auf den österreichischen Markt haben werden.
Insgesamt zeigt sich, dass die geplante Übernahme von Ceconomy durch JD.com nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch die gesamte Handelslandschaft in Österreich beeinflussen könnte. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu klären, ob diese Transaktion tatsächlich zustande kommt oder ob wir vielleicht bald einen Rückzug von MediaMarkt aus Österreich erleben könnten.