Heute ist der 26.02.2026 und im 20. Bezirk Brigittenau steht die Wallensteinstraße im Mittelpunkt der Diskussion um eine dringend benötigte Umgestaltung. Die Attraktivierung dieser wichtigen Verkehrsachse, die die Friedensbrücke mit der Nordwestbahnstraße verbindet, wird auf Grundlage einer Bürger*innenbefragung weiterverfolgt. Dies ist Teil des Regierungsprogramms der „Aufschwungskoalition für Wien“, unterzeichnet von SPÖ und Neos. Die bisherige Situation zeigt jedoch, dass es an konkreten Planungen mangelt.
Eine Anfrage zur Wallensteinstraße ergab, dass in der Magistratsabteilung 18 keine Planungen für Radwege existieren. Diese Erkenntnis sorgt bei SPÖ-Bezirksvorsteherin Christine Dubravac-Widholm für Überraschung. In einem Gespräch mit dem Büro von Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) wurde klargestellt, dass die Verantwortung für die fehlenden Planungen beim Bezirk liegt. Dennoch hat der Bezirk einen gemeinsamen Beschluss gefasst und eine Mitteilung erhalten, dass auf Basis der Bürgerbefragung von 2024 weitergearbeitet werde.
Bedürfnisse der Anwohner
Die Bürgerbefragung hat eindeutig gezeigt, dass die Anwohner mehr Grünflächen, breitere Gehsteige und Schatten wünschen. Konkrete Zahlen belegen, dass 90% der Befragten mehr Begrünung und Beschattung fordern, 80% wünschen sich sichere Radwege und 60% plädieren für breitere Gehsteige. Allerdings gibt es auch Skepsis: Anwohner wie Tom Kaschowitz äußern Bedenken hinsichtlich der finanziellen Situation der Stadt und befürchten, dass ein Umbau möglicherweise nicht realisiert wird.
Die Wallensteinstraße ist stark frequentiert, täglich werden mindestens 10.000 Fahrzeuge gezählt, und die Verkehrsnutzung umfasst auch Straßenbahn- sowie Radverkehr. In den letzten zehn Jahren gab es 86 Kollisionen mit Verletzten, davon 32 mit Radfahrern. Dies verdeutlicht die Dringlichkeit, die Sicherheit in diesem Bereich zu erhöhen. Links-Bezirksrat Stefan Ohrhallinger fordert daher einen baulich getrennten Radweg und schlägt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h vor.
Politische Rahmenbedingungen
Obwohl ein Antrag für einen nachhaltigen Umbau im Bezirksparlament beschlossen und an die zuständigen Behörden weitergeleitet wurde, bleiben die Planungen aufgrund budgetärer Einschränkungen unkonkret. Informationen aus dem Büro von Dubravac-Widholm bestätigen, dass es keine Erhebungen oder konkreten Planungen zur Umgestaltung gibt. Der Magistrat 28 (Straßenbau) hat momentan keinen Auftrag für eine Umgestaltung erteilt, was die Zukunft der Wallensteinstraße ungewiss macht und stark von der finanziellen Lage sowie den politischen Prioritäten abhängt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wallensteinstraße eine bedeutende Rolle im Verkehrssystem Wiens spielt und die Anwohner klare Wünsche an die Umgestaltung haben. Während die Verantwortlichen sich um Klärung und Fortschritte bemühen, bleibt abzuwarten, ob und wann konkrete Maßnahmen umgesetzt werden können. Die Situation ist nicht nur eine Frage der Planung, sondern auch der politischen Willensbildung und der finanziellen Möglichkeiten der Stadt Wien. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem Artikel hier und hier.