In der Brigittenau könnte es bald umschwenken, aber dass die Wallensteinstraße noch auf den Umbau wartet, sorgt für Gesprächsstoff in der Nachbarschaft. Die Attraktivierung dieser wichtigen Verkehrsachse, die die Friedensbrücke mit der Nordwestbahnstraße verbindet, wird seit langer Zeit diskutiert, doch konkrete Pläne sind weiterhin Mangelware. Während eine Bürger*innenbefragung klare Wünsche für eine bessere Gestaltung zutage brachte, sieht die Realität ganz anders aus. Die Bürger wollen mehr Begrünung, Schatten und sichere Radwege. Laut Umfragen befürworten 90 Prozent der Befragten mehr Grünflächen, 80 Prozent wünschen getrennte Radwege und 60 Prozent möchten breitere Gehsteige. Die Antwort der Stadt Wien bleibt jedoch aus, berichtet Kurier.
Die aktuelle Situation ist gekennzeichnet durch einen Mangel an konkreten Planungen, die insbesondere durch budgetäre Einschränkungen behindert werden. Bezirksvorsteherin Christine Dubravac-Widholm (SPÖ) zeigte sich überrascht über die Antwort der Stadt zu den fehlenden Radweg-Plänen. Diese Feststellung wirft Fragen auf, da der Bezirk bereits einen gemeinsamen Beschluss gefasst hat, um mit Blick auf die Bürgerumfrage von 2024 weiterzuarbeiten. Die Verantwortlichkeit für die fehlenden Planungen scheint zwischen Bezirk und Stadtverwaltung hin- und hergeschoben zu werden. Dubravac-Widholm betont die Dringlichkeit, Missverständnisse zu klären, und plant zeitnahe Gespräche mit den zuständigen Stellen, um die Situation zu besprechen.
Bedenkliche Verkehrssituation
Die Wallensteinstraße ist eine stark befahrene Straße mit täglich mindestens 10.000 Fahrzeugen. Die Verkehrsnutzung ist nicht nur durch Autos, sondern auch durch Straßenbahnen und Radfahrer intensiv. In den letzten zehn Jahren kam es dort zu 86 Kollisionen mit Verletzten, darunter 32 mit Radfahrern. Laut dem Links-Bezirksrat Stefan Ohrhallinger wäre ein baulich getrennter Radweg sowie eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h von großer Bedeutung. Anwohner wie Tom Kaschowitz äußern Bedenken, dass die finanzielle Situation der Stadt den Umbau weiter hinauszögern könnte und für Unternehmer eine lange Umbauphase problematisch sein könnte.
Die Unsicherheit über die Zukunft der Wallensteinstraße bleibt groß. Laut dem Büro der Bezirksvorsteherin wurden zwar Anträge für einen nachhaltigen Umbau im Bezirksparlament beschlossen und an die zuständigen Behörden weitergeleitet, doch ein klarer Auftrag zur Umgestaltung liegt derzeit nicht vor. Fast zwei Drittel der Anwohner sind sich jedoch einig, dass sich hier dringend etwas ändern muss, um der steigenden Verkehrsnutzung und den Wünschen der Bürger gerecht zu werden. Laut Vienna.at ist das alles also eine Frage der finanziellen Spielräume und politischen Prioritäten in der Stadt.