Im Bezirk Brigittenau wird derzeit an der Einführung eines flächendeckenden Anrainerparkens gearbeitet. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Parkplatzsuche für die Bewohner zu erleichtern. Die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) setzt sich besonders für die Schaffung von Anrainerparkplätzen ein, um die Lebensqualität der Anrainer zu verbessern. Aktuell befinden sich die Vorbereitungen in der ersten Phase, wobei auch bereits bestehende Anrainerparkplätze in frequentierten Gebieten wie rund um den Hannovermarkt und die Millennium City bestehen.

Eine Voraussetzung für die Umsetzung des Anrainerparkens ist, dass die Stellplatzauslastung über 90 % liegt. Maximal 30 % der Stellplätze dürfen dafür reserviert werden. In der Bezirksvertretung wurden mehrere Anträge zur Überprüfung von Anrainerparkplätzen eingebracht, unter anderem von der SPÖ und der FPÖ. Zudem werden zwei weitere Bereiche geprüft: die Hopsagasse sowie der Bereich zwischen der Dresdner Straße und dem Nordwestbahnhof. Allerdings wird eine schnelle Umsetzung als unwahrscheinlich eingeschätzt, da die Überprüfung und Errichtung der Parkplätze kostenintensiv sind.

Parkpickerl und Nutzung der Anrainerparkplätze

Um auf den Anwohner-Parkplätzen parken zu dürfen, ist ein Parkpickerl erforderlich, das den Bewohnern des jeweiligen Bezirks zur Verfügung steht. Diese Parkplätze sind durch spezielle Halte- und Parkverbotsschilder mit Zusatztafeln gekennzeichnet, die Informationen zu Beginn und Ende der Anwohnerparkzone enthalten. Abstellen dürfen nur jene Fahrzeuge, die das entsprechende Parkpickerl besitzen. Dies gilt auch für Fahrzeuge mit Behinderten-Parkausweis, die ebenfalls zeitlich unbegrenzt parken dürfen.

Zusätzlich können Betriebe und soziale Dienste zeitlich begrenzt auf Anwohnerparkplätzen parken, jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen. Beispielsweise müssen diese Betriebe im Bezirk ansässig sein oder regelmäßig handwerkliche Tätigkeiten ausführen. Kleintransporteure mit speziellen Kennzeichnungen dürfen ebenfalls die Anwohnerparkplätze nutzen, jedoch gelten hier besondere Regelungen.

Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen

Ob die neuen Parkzonen tatsächlich das Parkplatzproblem in Brigittenau lösen werden, bleibt abzuwarten. Denn auch Anrainer, die ein Parkpickerl besitzen, könnten diese Plätze ebenfalls nutzen, was die Situation nicht unbedingt entschärfen könnte. Eine Anrainerin hat zudem vorgeschlagen, bessere Kennzeichnungen für Querparkplätze einzuführen, um den Platz effizienter zu nutzen.

Die Einführung von Gebühren für das Parken im öffentlichen Raum in Wien geht auf die 1990er-Jahre zurück. Seit 2022 wird die Parkraumbewirtschaftung auf alle Wiener Bezirke ausgeweitet. Diese Maßnahmen sollen nicht nur Platz schaffen und Suchverkehr vermeiden, sondern auch Einnahmen für die Mobilitätswende generieren. Aktuell besagen Statistiken, dass in Wien 41 % der Haushalte kein Auto besitzen und der Anteil der mit dem Auto zurückgelegten Wege von 32 % im Jahr 2010 auf 27 % im Jahr 2020 gesunken ist. Die Stadt hat somit einen klaren Trend in Richtung nachhaltiger Mobilität und verbesserter Lebensqualität erkannt, den auch die Anrainerparkplätze in Brigittenau unterstützen sollen.

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