In der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft herrscht derzeit große Besorgnis um Kapitänin Giulia Gwinn. Während eines Spiels gegen Österreich musste sie in der 33. Minute wegen Schulterproblemen ausgewechselt werden. Bundestrainer Christian Wück äußerte die Hoffnung auf einen positiven Befund, konnte jedoch noch nicht sagen, ob Gwinn für das bevorstehende Rückspiel am Samstag (18.15 Uhr) spielfähig sein wird. Der Vorfall geschah, als sie in der 28. Minute nach einem Zusammenstoß mit Melanie Brunnthaler zu Boden fiel und sich an die linke Schulter fasste. Trotz einer kurzen Behandlung kehrte Gwinn zunächst auf das Spielfeld zurück, bat jedoch bald um ihre Auswechslung, da sie nicht befreit spielen konnte.
Elisa Senß, eine Mittelfeldakteurin, beschrieb den Vorfall als Schockmoment und äußerte ihre Besorgnis über Gwinns Zustand. Auch Innenverteidigerin Rebecca Knaak bezeichnete die Situation als belastend und wünschte Gwinn alles Gute. Die medizinischen Untersuchungen, die am Samstag durchgeführt werden sollen, sollen Klarheit über die Verletzung bringen. Ein Ausfall von Gwinn wäre besonders kritisch, da das Champions-League-Hinspiel gegen den FC Barcelona am 25. April ansteht.
Verletzungshistorie und aktuelle Situation
Wie jetzt bekannt wurde, hat sich Gwinn die Schulter sogar ausgekugelt und hat das DFB-Team verlassen, um sich in München untersuchen zu lassen. Der FC Bayern gab bekannt, dass sie zunächst mit einer konservativen Therapie behandelt wird. Für das Länderspiel gegen Österreich am Samstag wird sie definitiv nicht zur Verfügung stehen. Auch die Frage, ob sie dem FC Bayern in den kommenden Wochen helfen kann, bleibt vorerst offen. Der Verein hat in naher Zukunft mehrere wichtige Spiele, darunter ein Bundesliga-Duell gegen Union Berlin und zwei Halbfinalspiele in der Champions League gegen den FC Barcelona sowie das DFB-Pokal-Finale gegen den VfL Wolfsburg.
Giulia Gwinn hat eine lange Verletzungshistorie, die nicht nur Schulterprobleme umfasst. Bereits bei der EM 2022 zog sie sich im Auftaktspiel gegen Polen eine Innenbandverletzung im Knie zu, die ihr Turnier-Aus bedeutete. Zudem hat sie zwei Kreuzbandrisse in den Jahren 2020 und 2022 erlitten, kämpfte sich jedoch stets zurück. Ein langfristiger Ausfall wäre problematisch, insbesondere aufgrund ihrer Verletzungshistorie.
Verletzungen im Frauenfußball
Die Verletzung von Gwinn ist nicht nur ein persönliches Drama, sondern wirft auch ein Licht auf die allgemeine Verletzungsproblematik im Frauenfußball. Eine deutschlandweite Studie, die von der VBG durchgeführt wird, untersucht systematisch Verletzungen im Frauenfußball und hat gezeigt, dass 42 % der Spielerinnen während der Saison verletzungsbedingt ausfielen. Besonders häufig sind Knieverletzungen, die mit über 22 % die am häufigsten verletzte Körperregion darstellen. Diese Studie soll eine dringend benötigte Datenlücke schließen, da bisher kaum verlässliche Daten zu Verletzungen bei Fußballspielerinnen im Vergleich zu Männern existieren.
Die vorliegende Situation um Giulia Gwinn zeigt, wie verletzungsanfällig Frauen im Sport sind, und die damit verbundenen Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Es bleibt zu hoffen, dass Gwinn schnell wieder auf die Beine kommt und in naher Zukunft sowohl für die Nationalmannschaft als auch für den FC Bayern zur Verfügung steht. Für die Fans und Mitspielerinnen bleibt die Daumen gedrückt!
Weitere Informationen zu Gwinns Situation und den anstehenden Spielen können Sie in den Artikeln auf ksta.de und t-online.de nachlesen.