Am 2. März 2023 sollte die gefeierte Opernsängerin Anna Netrebko in der Wiener Staatsoper als Abigail in Verdis „Nabucco“ auftreten. Dieses Debüt war lange erwartet worden, da ihre vorherigen Auftritte in Berlin und Verona bereits viel Beachtung fanden. Doch bereits vor der Vorstellung gab es gemischte Kritiken zu ihrem ersten Auftritt, und am Tag des Events gab Netrebko aufgrund gesundheitlicher Probleme kurzfristig ab. Die Prager Sängerin Eliška Weissová sprang als Ersatz ein, was im Publikum für Unmut sorgte, insbesondere bei den Stehplatzbesuchern, die sich auf einen Auftritt von Netrebko gefreut hatten.
Die Inszenierung von Günter Krämer wurde als einfallslos beschrieben, und Weissová erhielt während ihrer Darbietung Buh-Rufe, was zu einer angespannten Atmosphäre führte. Unter der musikalischen Leitung von Marco Armiliato, der für seine Leistung gelobt wurde, verließen einige Zuschauer die Vorstellung vorzeitig, unzufrieden mit der gesamten Darbietung. Die Gesamtstimmung war durchwachsen, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Aufführungen in der Wiener Staatsoper entwickeln werden.
Über die Oper „Nabucco“
„Nabucco“ von Giuseppe Verdi, das 1842 uraufgeführt wurde, gilt als Verdis erster großer Erfolg und erzählt die dramatische Geschichte der Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezar und die Verschleppung der Juden ins babylonische Exil. Die Oper, die ein Jahr nach ihrer Premiere in Mailand auch in Wien aufgeführt wurde, ist in vier Teile gegliedert: Im ersten Teil besetzt Nabucco Jerusalem und Zaccaria nimmt dessen Tochter Fenena als Geisel. Im zweiten Teil übergibt Nabucco Fenena die Krone, während Abigaille, die Stieftochter, ihre Herkunft entdeckt und einen Plan zur Machtergreifung schmiedet.
Im dritten Teil erkennt Nabucco Abigailles Pläne, wird jedoch gefangen genommen, während Zaccaria eine düstere Prophezeiung abgibt. Schließlich befreit Nabucco im vierten Teil die Juden und verhindert deren Hinrichtung, kommt jedoch zu spät, um Abigaille zu retten, die sich das Leben nimmt. Diese dramatische Erzählweise und die kraftvolle Musik machen „Nabucco“ zu einem unverzichtbaren Teil des Repertoires der Wiener Staatsoper, wo die Oper seit 2001 regelmäßig aufgeführt wird.
Kulturelle Höhepunkte in Wien
Neben „Nabucco“ gibt es in Wien weitere kulturelle Highlights. Die Premiere von Gassmanns „L’opera seria“ im Musiktheater an der Wien wurde als erfolgreich beschrieben. Auch Haydns „Messe in Zeiten des Krieges“ fand im Konzerthaus große Beachtung. Eine neue Inszenierung von „Eugen Onegin“ am Salzburger Landestheater fokussiert sich auf die Figur der Tatjana, während eine Ausstellung in Graupa bei Dresden Richard Wagners Antisemitismus thematisiert. In einem ganz anderen Kontext wurde im Rijksmuseum in Amsterdam ein neues Gemälde von Rembrandt entdeckt und als authentisch bestätigt.
Die Wiener Staatsoper, ein bedeutendes kulturelles Wahrzeichen, wurde 1869 eröffnet und hat über 300 Vorstellungen pro Saison. Anreise ist bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich, darunter U-Bahn-Linien und Straßenbahnen. Das kulturelle Angebot der Stadt bleibt vielfältig und zieht sowohl Einheimische als auch Touristen an.