Im Herzen von Wien-Alsergrund steht seit kurzem ein eindrucksvolles Mahnmal, das an Frauen erinnert, die durch Gewalt von Männern ums Leben kamen. Am Ni-Una-Menos-Platz gedenkt das Kunstwerk den Opfern von Femiziden, und das ist mehr als nur eine statische Installation. Es besteht aus 19 Schleifen, die jede für ein Opfer seit Anfang 2025 steht. Schaut man auf die aktuellen Zahlen, hat es beispielsweise in diesem Jahr bereits drei Femizide gegeben. Es ist eine traurige Realität, die mit jeder neuen Tat weiter wächst, denn das Mahnmal wird entsprechend angepasst und erweitert, um die Frauen hinter diesen furchtbaren Zahlen sichtbar zu machen, wie meinbezirk.at berichtet.
„Mit diesem Mahnmal setzen wir ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Es ist nicht nur ein Denkmal, sondern ein Aufruf zum Handeln“, betont Bezirksvorsteherin Saya Ahmad (SPÖ). Ihre Stellvertreterin, Josefa Molitor-Ruckenbauer (Grüne), beschreibt das Mahnmal als ein Versprechen aus Trauer und ein klares Statement: „Gewalt ist keine Liebe“. Diese festgelegten Worte unterstreichen die Bewegung Ni Una Menos, die ihre Wurzeln in Argentinien hat. Hier begann 2015 eine der größten feministischen Bewegungen weltweit, die auf die Femizid-Problematik aufmerksam machte. Über 250.000 Demonstrierende versammelten sich damals auf der Plaza del Congreso in Buenos Aires, und diese Welle hat sich seither über mehrere Kontinente ausgeweitet. Auch in Europa findet die Bewegung immer mehr Anhängerinnen und Anhänger, wie bpb.de zeigt.
Ein Mahnmal mit Geschichte
Im Kontext von Ni Una Menos ist das Mahnmal mehr als nur eine Erinnerung. Es ist auch ein Teil einer transnationalen Bewegung, die darauf abzielt, das Licht auf die weit verbreitete Gewalt gegen Frauen zu werfen – Gewalt, die in vielen Formen auftritt. Laut WHO wird jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt. Die Frage bleibt: Wie lange wollen wir noch zuschauen, bis sich etwas ändert?
Die Bewegung entstand ursprünglich aus einer Marathonlesung im März 2015, die sich gegen brutale Femizide richtete, und hat sich seitdem zu einer starken Stimme gegen strukturelle Diskriminierung gewandelt. Ni Una Menos setzt sich auch für andere wichtige Themen ein, wie etwa das Recht auf Abtreibung, was zum Beispiel in Argentinien 2020 mit der Legalisierung einen enormen Fortschritt darstellt. Die Demonstrationen am 3. Juni und die feministischen Streiks am 8. März sind feste Größen im Kalender vieler Aktivistinnen, die für eine gerechtere Welt kämpfen.
Ein globales Problem
Die grausame Realität zeigt sich auch in Zahlen: In Argentinien wird alle 29 Stunden eine Frau oder Trans-Person getötet. Bis 2022 gab es über 250 Femizide, die oft durch Partner oder Ex-Partner verübt wurden. Mehr als die Hälfte der Opfer kannte ihre Mörder. Es ist eine beunruhigende Tendenz, die auch in Europa nicht aus bleibt. Die europäische Zentrale von Ni Una Menos bringt die Anliegen der Bewegung auf den Kontinent und sorgt dafür, dass das Thema kenntlich bleibt.
Die Installation am Ni-Una-Menos-Platz in Wien ist somit nicht nur eine lokale Initiative, sondern ein Teil eines weltweiten Kampfes für die Rechte von Frauen, die immer noch mit Gewalt und Benachteiligung kämpfen müssen. Sie ermutigt uns alle, aktiv zu werden und unsere Stimmen zu erheben. So bleibt die Hoffnung, dass sich die Gesellschaft langfristig wandeln kann und solche traurigen Mahnmale eines Tages nicht mehr notwendig sind.
Wir stehen erst am Beginn dieses Weges, und es liegt auch an uns, wie er weitergeht. Bleiben wir wachsam und setzen wir uns gemeinsam für eine bessere Zukunft ein. Denn auch kleine Schritte können große Veränderungen bewirken.