Rettung der Alten WU: Sanierung soll 700 Millionen Euro bringen!

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Im Alsergrund in Wien plant die BIG einen neuen Campus, doch die Allianz Alte WU kritisiert den Abriss bestehender Strukturen.

Im Alsergrund in Wien plant die BIG einen neuen Campus, doch die Allianz Alte WU kritisiert den Abriss bestehender Strukturen.
Im Alsergrund in Wien plant die BIG einen neuen Campus, doch die Allianz Alte WU kritisiert den Abriss bestehender Strukturen.

Rettung der Alten WU: Sanierung soll 700 Millionen Euro bringen!

In Wien bahnt sich ein Streit um den geplanten Campus Althangrund an, der als das größte Bildungsprojekt Österreichs gilt. Am Standort der Alten Wirtschaftsuniversität (WU) im 9. Bezirk soll auf einem Budget von rund einer Milliarde Euro ein neues Universitätsgelände entstehen. Während die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) von einer modernen Transformation spricht, regt sich Widerstand von der Initiative „Allianz Alte WU“, die vehement gegen den Abriss von 60 Prozent des markanten Gebäudes protestiert. MeinBezirk berichtet, dass die Allianz kritisiert, dass der erhoffte Erhalt durch eine Sanierung bis zu 700 Millionen Euro einsparen könnte.

Aktuell wird das Gelände durch die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) vorbereitet. Während die Initiative auf ein „Abriss ohne Plan“ hinweist, hat BIG schon Entkernungsmaßnahmen eingeleitet und Verträge mit Kultureinrichtungen zur Zwischennutzung bis Ende Januar gekündigt. Diese Entscheidung wurde mit Sicherheitsrisiken während der Schadstoffentfernung bis 2027 begründet, stellt jedoch die Frage, ob das Gelände nach einem möglichen Abriss jahrelang als Bauruine bleibt. Die Allianz warnt, dass es ohne gesicherte Finanzierung und vor dem Abschluss des Architekturwettbewerbs keinen Abriss geben sollte. Laut BIG soll der Abbruch erst nach dem Wettbewerb beginnen, der frühestens im Februar 2026 zur Jury-Sitzung einlädt.

Der Widerstand der Allianz Alte WU

Die „Allianz Alte WU“ fordert, dass der Erhalt von mindestens 40 Prozent der Tragstruktur oberstes Gebot sein muss. Bislang sei nur die Überdeckung des Frachtbahnhofs sichergestellt, was nicht viele Teile des Umlandes umfasse. Der Architekt Johannes Zeininger hat sogar vorgeschlagen, kritische Bereiche wie Labore an anderen Standorten unterzubringen, um die Integrität des Campus zu wahren. Im Gespräch ist auch das Argument von BIG, dass das bestehende Gebäude nicht den heutigen Anforderungen an Erdbebensicherheit, Belichtung und Raumhöhen genügt.

Der Campus Althangrund soll Platz für zwei Universitäten und zwei Bundesschulen bieten, insgesamt für etwa 20.000 Studierende und Schüler. Im Kontext mit den derzeitigen Planungen und den offenen Fragen rund um Finanzierung und Architektur, wird die Befürchtung laut, dass ein Rückbau ohne klare Pläne und Finanzierung zu einem halbfertigen Zustand führen könnte. Das Projekt ist als Teil der Modernisierungsinitiative der Stadt Wien und der Bildungslandschaft gedacht, doch es bleibt unklar, wie die unterschiedlichen Interessen in Einklang gebracht werden können.

Öffentliche Wahrnehmung und Planung

Die öffentliche Diskussion über die Zukunft des Geländes wird durch ein großes Banner an der Alten WU unterstützt, welches die Kritik der Allianz sichtbar macht. Diese Ängste um den Verlust gewachsener sozialer Strukturen und die Frage des Erhalts sind in den letzten Wochen immer lauter geworden. Der aktuelle Stand zeigt, dass die BIG bereit ist, im Dialog mit Bürgerinitiativen zu bleiben und vor der Freigabe durch die Ministerien kein Abbruch beginnen werde. Dennoch bleibt abzuwarten, wie diese Herausforderungen in der finalen Entscheidung der Fachjury, die Vertreter von Architektenkammer, Ministerien, und der Stadt Wien umfasst, gelöst werden.

Parallel dazu informiert das Wissenschaftsministerium über andere Projekte wie die Sanierung der Hauptbibliothek der Universität Wien am Ring, die ab 2025 für mehr als doppelt so viele Benutzer Platz bieten soll. Was sich auf der einen Seite positiv in der Bildungslandschaft entwickelt, spiegelt sich auf der anderen Seite in den Spannungen um Projekte wie den neuen Campus Althangrund wider. Das Ministerium hebt hervor, wie wichtig die Bibliothek als Raum für Wissen ist, was; jedoch die Frage aufwirft, wie sich diese Maßnahmen mit den Bedenken rund um den Campus Althangrund in Einklang bringen lassen.

Die nächsten Wochen und Monate werden entscheidend für die Entwicklung des Campus Althangrund sein. Dabei ist vor allem die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Architekten und der Zivilgesellschaft gefragt, um eine nachhaltige Lösung für diesen einmaligen Standort zu finden.