Am 25. Februar 2023 fand die Sitzung der Bezirksvertretung Alsergrund statt, die von einem traurigen Ereignis überschattet wurde: Bezirksrätin Neslihan Turan-Berger (Grüne) ist verstorben. Diese Nachricht führte zu einer Schweigeminute, eingeleitet von Bezirksvorsteherin Saya Ahmad (SPÖ) und Klubobmann Matthias Schwendtner (Grüne), die Turan-Berger für ihr Engagement und ihren Einsatz würdigten. Als eine bedeutende Stimme im Bezirk hinterlässt sie ein feministisches Erbe und eine Vision für eine gerechtere Welt.

Neslihan Turan-Berger wurde in Ankara geboren und studierte an der Middle East Technical University sowie an der Michigan State University in den USA. Seit 1989 lebte sie in Wien und erwarb ihren Abschluss als Diplomingenieurin für Raumplanung und Raumordnung an der TU Wien. Ihr Engagement für ökologische Nachhaltigkeit, Menschenrechte und Diversität sind nur einige der vielen Aspekte ihres Schaffens, das sie seit 1990 prägte. Ihre Arbeit wird vor allem am Ni-Una-Menos-Platz in Wien weiterleben, ein Ort, den sie mitgestaltet hat.

Neuer Vorsitzender und wichtige Abstimmungen

Im Rahmen der Sitzung wurde auch ein neuer Vorsitzender der Bezirksvertretung gewählt. Oliver Zwickelsdorfer (SPÖ) folgt auf Christoph Maurer (SPÖ), der auf eigenen Wunsch aus seinem Amt ausschied. In den letzten Monaten gab es zahlreiche Entwicklungen, die die Bezirksvorsteherin in ihrem Update skizzierte.

Insgesamt wurden 14 Anträge und eine Resolution abgestimmt, darunter mehrere bedeutende Entscheidungen. Ein Antrag von SPÖ und Links zur Einführung von „naturnahen“ Spielgeräten auf Spielplätzen wurde angenommen. Ebenso wurde ein Antrag von Grünen und Links für eine Temporeduzierung auf 30 km/h im Umfeld der Privatschule Lycée Français de Vienne einstimmig beschlossen.

Weitere Anträge und Resolutionen

Die Bezirksvertretung hat auch einen Antrag von Neos und FPÖ zur systematischen Prüfung aller Ampeln im Bezirk angenommen. Die Volkspartei konnte sich über die einstimmige Annahme eines Antrags zur Errichtung einer erklärenden Zusatztafel am Julius-Tandler-Platz freuen, während ein Antrag zur Bereitstellung von Blackout-Informationsmaterial im Bezirk abgelehnt wurde. Ein Antrag der FPÖ zur Verlegung eines U-Bahn-Ausgangs in die Bezirksvorstehung fand ebenfalls kein Gehör.

Besonders hervorzuheben ist die einstimmige Annahme einer Resolution von Neos, ÖVP und Links gegen Antisemitismus. Diese Resolution zeigt ein starkes Zeichen für die Werte der Gemeinde und den gemeinsamen Kampf gegen Diskriminierung und Vorurteile.

Aufgaben und Struktur der Bezirksorgane

Die Bezirksvertretungen, zu denen auch die Alsergrunder gehören, sind wichtige Organe der Stadtpolitik. Sie bestehen aus Bezirksvorsteherinnen und Mitgliedern, die den Titel Bezirksrätin tragen. Ihre Aufgaben sind in der Wiener Stadtverfassung festgelegt und umfassen die Beschlussfassung über das Bezirksbudget sowie die Prüfung und Abstimmung von Anträgen. Bezirksvorsteherinnen vertreten die Bezirke nach außen und unterstützen dendie Bürgermeisterin.

Die strukturelle Organisation dieser Gremien ist sowohl für die lokale Politik als auch für die Bürgerinnen von Bedeutung, da sie direkte Mitwirkungsrechte und Eigenzuständigkeiten besitzen. Hierbei spielt auch die Einsetzung von Ausschüssen und Kommissionen eine Rolle, die sich mit spezifischen Themen beschäftigen und Vorberatungen durchführen.

Für weitere Informationen zu den Aufgaben und der Struktur der Bezirksorgane können Sie die offizielle Webseite der Stadt Wien besuchen hier.

Die Sitzung der Bezirksvertretung Alsergrund zeigt einmal mehr, wie wichtig lokale Politik für das tägliche Leben der Bürger*innen ist und wie engagierte Persönlichkeiten wie Neslihan Turan-Berger bleibende Spuren hinterlassen. Ihr Vermächtnis wird auch weiterhin in den Herzen der Menschen und in den Entscheidungen der Bezirksvertretung lebendig bleiben.

Für mehr Details zur Sitzung und den beschlossenen Anträgen, besuchen Sie bitte die Quelle hier.

In Gedenken an eine inspirierende Persönlichkeit, die Wien und den Alsergrund bereichert hat.