Am 6. März 2026 fand im Alsergrund eine Mahnwache statt, die an die 35-jährige Nadine W. erinnerte, die 2021 von ihrem Ex-Partner in einer Trafik in der Nußdorfer Straße 4 brutal ermordet wurde. Dieses tragische Ereignis ist Teil eines größeren Problems: Femizide, die in Österreich, besonders in Wien, ein anhaltendes Thema darstellen. Nadine wurde am 5. März 2021 mit Benzin überschüttet und in Brand gesetzt; sie überlebte den Angriff nicht. Um ihrer zu gedenken, versammelten sich zahlreiche Menschen am Ni-Una-Menos-Platz, unterstützt durch den feministischen Kunstraum „Frau* schafft Raum*“, der in den Räumlichkeiten der ehemaligen Trafik eingerichtet wurde. Diese Veranstaltung verdeutlichte die Notwendigkeit, Gewalt an Frauen als Menschenrechtsverletzung zu thematisieren.
Die Bezirksvorsteherin Saya Ahmad (SPÖ) sprach während der Mahnwache über die politische Verantwortung, die mit der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen einhergeht. Auch die Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) hielt eine bewegende Rede, und die musikalische Begleitung durch Sabine Libera sorgte für eine feierliche Atmosphäre. Die Veranstaltung endete mit einer Schweigeminute für Nadine W., die nicht nur ein individuelles Schicksal darstellt, sondern auch ein Symptom eines breiteren gesellschaftlichen Problems ist.
Die Bewegung Ni Una Menos
Die internationale feministischen Bewegung „Ni Una Menos“, die 2015 in Argentinien ins Leben gerufen wurde, hat sich als Reaktion auf eine Reihe von Frauenmorden gebildet. Bei der ersten Demonstration am 3. Juni 2015 in Buenos Aires versammelten sich über 250.000 Menschen, um auf Femizide aufmerksam zu machen und deren gesellschaftliche Dimension zu betonen. Die Bewegung hat sich nicht nur auf Femizide konzentriert, sondern auch auf andere Formen von Gewalt gegen Frauen, wie physische und ökonomische Gewalt sowie die Rechte auf reproduktive Gesundheit. Laut der WHO wird weltweit jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens Opfer körperlicher und/oder sexueller Gewalt, was die Dringlichkeit der Themen, die Ni Una Menos anspricht, unterstreicht.
Die Bewegung hat durch ihre Aktionen und Demonstrationen ein breites Bewusstsein für Geschlechterungleichheit geschaffen und strebt sowohl politischen als auch kulturellen Wandel an. In Argentinien wird alle 29 Stunden eine Frau oder Trans-Person aufgrund ihres Geschlechts getötet, was die Notwendigkeit eines offiziellen Registers zur Erfassung der Opfer und einer angemessenen Anwendung bestehender Gesetze verdeutlicht. Ni Una Menos bleibt aktiv und organisiert weiterhin große Demonstrationen und Frauenstreiks, um für die Rechte von Frauen und gegen Femizide zu kämpfen.
Ein globales Problem
Femizide sind ein globales Problem, das nicht auf Österreich oder Argentinien beschränkt ist. Die Herausforderungen, mit denen Frauen weltweit konfrontiert sind, reichen von physischer Gewalt bis hin zu Einschränkungen in ihren Rechten. Die Bewegung Ni Una Menos hat sich als Vorbild etabliert, um die Aufmerksamkeit auf diese Probleme zu lenken und den Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt zu organisieren. Die Legalisierung von Abtreibung in Argentinien im Dezember 2020 wird als bedeutende Errungenschaft der Bewegung betrachtet, und sie bleibt ein wichtiger Akteur im Kampf für die Rechte der Frauen in vielen Ländern.
Die Mahnwache für Nadine W. ist nicht nur ein Gedenken an eine Frau, die ihr Leben aufgrund von Gewalt verloren hat, sondern auch ein Zeichen dafür, dass die Gesellschaft sich gegen Femizide und geschlechtsspezifische Gewalt stellen muss. Die anhaltende Relevanz von Bewegungen wie Ni Una Menos zeigt, dass der Kampf für Gleichheit und Sicherheit für Frauen noch lange nicht zu Ende ist. Für mehr Informationen über die Hintergründe und die Entwicklung der Bewegung können Sie die Quelle hier besuchen.
Für mehr Details zu Nadine W. und der Mahnwache können Sie den Artikel auf MeinBezirk nachlesen.