Am Ni-Una-Menos-Platz im Alsergrund wurde ein eindrucksvolles Mahnmal gegen Femizide eröffnet. Es besteht aus 19 Schleifen, die für genau 19 Frauen stehen, die aufgrund ihres Geschlechts ermordet wurden. Diese tragischen Ereignisse sind nicht nur ein Frauenthema; auch Männer müssen sich mit dem Problem der Männergewalt aktiv auseinandersetzen. Wie bereits in einem Artikel von meinbezirk.at erwähnt wird, müssen Männer selbst an der Lösung des Problems arbeiten.

Der Begriff „Femizid“ stammt ursprünglich vom englischen „femicide“, welches sich aus dem lateinischen „femina“ für Frau und „caedere“ für töten ableitet. Historisch gesehen bezeichnete dieses Wort zunächst die Tötung einer Frau, hat sich aber seit den 1970er Jahren weiterentwickelt. Die Soziologin Diana Russell definierte Femizid, wie die Bundeszentrale für politische Bildung erklärt, als geschlechtsbezogene Tötungen von Frauen, insbesondere durch Männer. Diese Definition hat sich inzwischen auch im juristischen Bereich etabliert, jedoch fehlen in vielen Ländern spezifische Gesetze zur Strafverfolgung solcher Delikte.

Gesellschaftliches Bewusstsein schaffen

Das Mahnmal ist nicht nur ein Zeichen des Gedenkens, sondern soll auch das Bewusstsein für die Problematik schärfen. Es handelt sich um ein gesellschaftliches Thema, das nicht nur Frauen, sondern auch Männer direkt betrifft. Die Forderung, dass Männer Verantwortung übernehmen sollen, wird immer lauter. „Männer sollten sich in Beratung, Therapie und Hilfe begeben“, wird in verschiedenen Diskursen betont, um die Wurzel der Gewalt zu ergründen.

Politik ist auch angehalten, entsprechende Hilfsangebote zu schaffen. Dafür gibt es zahlreiche Notrufnummern, die betroffene Frauen und Mädchen in Wien jederzeit anrufen können. Dazu zählen etwa der 24-Stunden-Frauennotruf 01/71719 und die Frauenhelpline 0800/222 555. Jede Statistikerin und jeder Statistiker in diesem Bereich weiß, dass etwa 80% der Tötungen durch Partner oder Ex-Partner verübt werden – eine Zahl, die zu denken gibt.

Diskussion um Definitionen

Zu den Facetten von Femiziden zählt nicht nur die Tötung durch Intimpartner. Auch Ehrenmorde und Tötungen im Kontext sexualisierter Gewalt gehören dazu. Die Debatte um die genaue Definition und die Abgrenzung zu anderen Begriffen wie „Gynozid“ oder „Genderzid“ ist nach wie vor im Gange. Die Mehrheit der Fachleute mag sich einig darüber sein, dass ein klar definierter Femizid-Straftatbestand notwendig wäre, um geschlechtsbezogene Tötungsdelikte sichtbarer zu machen. Kritiker dieser Forderung wiederum glauben, dass bestehende Gesetze ausreichend sind, und fordern stattdessen Maßnahmen zur besseren Prävention und Rechtsanwendung.

Zusammengefasst wird deutlich: Es braucht ein Umdenken in der Gesellschaft, und Männer in führenden Positionen sollten nicht nur zuhören, sondern aktiv an der Lösungsfindung arbeiten. So kann jeder Einzelne zur Bekämpfung von Gewalt beitragen und gleichzeitig ein Zeichen setzen – gegen Femizid und für ein respektvolles Miteinander.

Für betroffene Frauen gibt es zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten und Hotline-Nummern. Die Bereitstellung solcher Dienste ist essenziell und muss politisch stärker gefördert werden. Die Zahlen und Berichte über Femizide und gewalttätige Übergriffe zeigen: Da liegt tatsächlich viel an uns allen.