In den kommenden Tagen erwartet die Kulturinteressierten in Wien ein spannendes Programm: Anna Luňáková, eine vielseitige Schriftstellerin und Künstlerin, wird am 23. März um 18.00 Uhr mit ihrer literarischen Performance begeistern. Luňáková verbindet in ihren Werken Poesie mit Klang und lässt die Stimmen und Geräusche der Stadt lebendig werden. Ihre authentischen Beobachtungen fließen vor allem aus ihren Erlebnissen in Prag in die Texte ein. Die Lesung wird sowohl in Deutsch als auch in Tschechisch stattfinden, wobei sie von der Übersetzerin Julia Miesenböck begleitet wird. Musikalisch untermalt wird der Abend von Jakub Štourač, einem talentierten Sounddesigner. Moderiert wird das Ganze von Manfred Müller von der Österreichischen Gesellschaft für Literatur. Depot berichtet, dass …
Doch das ist nur der Beginn eines abendfüllenden Programms. Um 20.00 Uhr steht das Erlebnis der Ursonate auf dem Plan, eine der berühmtesten Schöpfungen des Dadaismus, die von Kurt Schwitters verfasst wurde. Durch die Darbietung von Pavel Novotný und Jaromír Typlt wird dieses lautmalerische Gedicht zu neuem Leben erweckt. Die Ursonate, die in den Jahren 1923 bis 1932 entstand, ist nicht nur ein sprachliches Experiment, sondern auch ein Zeitdokument. Sie entfaltet sich in Form einer Sonate und spiegelt die turbulente Zeit der 30er Jahre wider. Die Fertigstellung fiel in eine Ära voller historischer Umwälzungen, was sich auch in den Klängen der Schrift widerspiegelt, die mit Dominanz, Agitation und Widerstand spielen.
Kurt Schwitters und die Ursonate
Schwitters arbeitete neun Jahre an der Ursonate, und die erste vollständige Fassung wurde 1932 aufgenommen und als Tondokument veröffentlicht. Wikipedia führt aus, dass … die Ursonate als ein Meisterwerk des dadaistischen Lautgedichts gilt und stellenweise ein fantastisches Chaos aus Lauten und Schreien kreiert, das den Zuhörern ein einzigartiges Erlebnis bietet. Das Stück hat zahlreiche Interpreten inspiriert, darunter das Ensemble Potsa Lotsa, das die Ursonate zuletzt bei einem Festival vorgetragen hat.
Die mitreißenden Aufführungen von Novotný und Typlt werden sicherlich auch die kritischen Geister unter den Zuhörern in ihren Bann ziehen. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Festivals „Vienna meets Prague“ statt und wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen und der Österreichischen Gesellschaft für Literatur organisiert. Sie bietet nicht nur einen Blick auf eine der bedeutendsten kulturellen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts, sondern zeigt auch, wie lebendig und relevant Schwitters‘ Werk auch heute noch ist.
Die Kombination aus Luňákovás poetischer Sprachakrobatik und der kraftvollen Darbietung der Ursonate verspricht einen unvergesslichen Abend voller Inspiration und Reflexion. Ein Besuch der Veranstaltungen sollte sich in jedem Kulturkalender vermerken lassen!



