Am 25. Februar 2026 fand im Bezirk Alsergrund eine Bezirksvertretungssitzung statt, die sich mit einer Vielzahl von zentralen Themen beschäftigte. Im Fokus standen budgetäre, verkehrspolitische und organisatorische Aspekte. Ein wichtiger Beschluss war die Genehmigung des Rechnungsabschlusses des Bezirksbudgets 2025. Hierbei wurde eine Forderung nach größerer Transparenz und einer klareren Darstellung von Einsparungspotenzialen laut, um einen effizienteren Umgang mit öffentlichen Mitteln zu gewährleisten. Die Diskussion drehte sich auch um die Kritik an der Fortschreibung von Budgets, ohne dass die einzelnen Positionen inhaltlich geprüft wurden. Ziel sei es, Einsparungen bei Doppelgleisigkeiten und Ineffizienzen zu erzielen, jedoch nicht bei den Leistungen für die Bürger:innen.

In der Sitzung wurde Oliver Zwickelsdorfer (SPÖ) zum neuen Vorsitzenden der Bezirksvertretung gewählt. Trotz der wichtigen Themen blieben einige Anfragen der Anwesenden unbeantwortet oder wurden als unzuständig zurückgewiesen. Besonders die Verkehrssicherheit und die teuren Ampelanlagen standen zur Debatte. Ein Antrag zur Nutzung der Station U5 Frankhplatz als Unterführung wurde abgelehnt. Zudem wurden Maßnahmen gegen die Verunreinigung am Julius-Tandler-Platz eingebracht, da die Zunahme von Taubenexkrementen in stark frequentierten Bereichen ein wachsendes Problem darstellt.

Maßnahmen gegen die Taubenpopulation

Die Sitzung verdeutlichte den dringenden Bedarf an Maßnahmen zur Eindämmung der Taubenpopulation im Bezirk. Es wurde eine Forderung nach Monitoring und regelmäßigen Schwerpunktreinigungen sowie Maßnahmen zur Eindämmung der Taubenpopulation laut. Diese Problematik ist nicht nur in Wien präsent, sondern betrifft viele Städte weltweit. In Berlin wurden beispielsweise für 2024 die Mittel für ein nachhaltiges Taubenmanagement in Höhe von 200.000 Euro gestrichen, was die Situation dort zusätzlich verschärft. Tauben, die als „Ratten der Lüfte“ bezeichnet werden, verursachen Dreck und stellen eine Herausforderung für die Stadtbewohner dar.

Ein effektives Taubenmanagement umfasst artgerechte Taubenschläge und den Austausch von Eiern durch Attrappen, um die Population langfristig zu verringern. Städte wie Basel haben gezeigt, dass durch ein solches Management die Taubenpopulation erheblich reduziert werden kann. In Wien könnte ein ähnliches Konzept unter Berücksichtigung der hohen Lebensqualität der Stadttauben und der Bedürfnissen der Bürger:innen umgesetzt werden.

Forderung nach mehr Transparenz und Prioritätensetzung

Ein weiteres zentrales Thema der Sitzung war die Blackout-Vorsorge und die Transparenz bei Magistratsausgaben. Einstimmig wurde eine Resolution zur Verurteilung von Antisemitismus angenommen, was die Wichtigkeit der sozialen Verantwortung der Bezirksvertretung unterstreicht. Das Fazit der Sitzung lässt sich in der Notwendigkeit zusammenfassen, mehr Transparenz zu schaffen, eine bessere Prioritätensetzung vorzunehmen und den Mut zu haben, bestehende Konzepte zu hinterfragen.

Die Herausforderungen im Bereich des Taubenmanagements zeigen, dass es nicht nur um die Reduzierung der Population geht, sondern auch um die Schaffung eines harmonischen Miteinanders zwischen Mensch und Tier. Alexandra Weyrather, Stadttaubenbeauftragte in Wiesbaden, hat in ihrem Arbeitsalltag die Bedeutung eines flächendeckenden Stadttaubenmanagements hervorgehoben, das Konflikte entschärfen soll. Ihre Empfehlung für andere Städte, eine Taubenbeauftragte einzuführen, könnte auch in Wien von großem Nutzen sein. Denn nur durch die Kombination verschiedener Maßnahmen kann der Lebensraum der Tauben nachhaltig gestaltet und gleichzeitig die Lebensqualität der Bürger:innen gewahrt werden.

Insgesamt zeigt die Sitzung im Alsergrund, dass es an der Zeit ist, innovative Lösungsansätze zu finden, um die Herausforderungen, die durch die Taubenpopulation und andere städtische Probleme entstehen, gemeinsam zu bewältigen. Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Sitzung finden Sie unter diesem Link.